Krebsmedizin 2026: Einblicke vom Deutschen Krebskongress (On tour) · Folge 37
Shownotes
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Alle 2 Jahre findet der Deutsche Krebskongress (DKK) statt, von 18. bis 21. Februar 2026 war es wieder soweit. Ich spreche in dieser Folge mit vier Expert:innen über Themen, die viele Betroffene beschäftigen.
Mit Dr. Judith Büntzel geht es um komplementäre Ansätze und die Frage, wie Patient:innen selbst aktiv werden können. Dr. Jens Hoffmann erzählt von neuen Forschungsansätzen und den Stand bei Krebsimpfungen. Über Langzeitüberleben und Nachsorge am Beispiel von Hodenkrebs berichtet Prof. Carsten Bokemeyer. Und Dr. Katja Gessner klärt zur Sicherheit von Medikamenten auf, wenn Krebstherapien zunehmend als Tabletten zu Hause eingenommen werden.
Außerdem wird deutlich, wie stark Krebsbehandlung heute von Zusammenarbeit geprägt ist, Stichwort interdisziplinäre Medizin. Verschiedene Fachrichtungen arbeiten multiprofessionell zusammen, und auch Patient:innen werden zunehmend in Entscheidungen einbezogen (Shared Decision Making).
Diese Folge ist ein Überblick über wichtige Entwicklungen. Die vollständigen Gespräche mit den Expert:innen erscheinen in den kommenden Wochen als Sonderfolgen.
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Links
- 37. Deutscher Krebskongress (DKK) 18. bis 21. Februar 2026, Berlin
- Pressemitteilung: „Deutscher Krebskongress 2026 in Berlin: 12.500 Teilnehmende diskutierten über eine zukunftsfähige Krebsmedizin“
- Präklinische Forschung (DocCheck Flexikon)
- Medikamentenentwicklung und Phasen klinischer Studien: „Wie wird Krebs erforscht?“ (DKFZ Krebsinformationsdienst)
- S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens (Version 1.1, 2020, Leitlinienprogramm Onkologie)
- Überlebenswahrscheinlichkeiten von Hodenkrebs (Keimzelltumoren, Seminome/Nicht-Seminome), Q: IGCCCG 1997; Kier et al. 2017
Folgen zum Weiterhören
- Shared Decision Making: Zweite Meinung – Der unschätzbare Wert einer abgesicherten Diagnose · Folge 2 (Folge aus 2024)
- Patient:innen-Einbindung in die Forschung: Ist Patient Involvement nur ein Mythos? – ein Blick ins BZKF (On tour) · Folge 25 (Reportage vom Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung, Juli 2025)
- Reportage von der PSO-Jahrestagung: Wenn Männer ihren Gefühlen begegnen (On tour) · Folge 28 (Würzburg, September 2025)
Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.
Host, Redaktion, Produktion: Alexander Greiner; Sound Design: Happy House Media, Asta Krejci-Sebesta, Tatjana Lukáš; Musik/Signation: Cool My Bass – BalloonPlanet; Titelsprecher: Stephan Andrejs; Cover: Studio Mana, Romana Reisenberger; Foto: Franzi Kreis; Musikbett: Brainstorm – HUAN
Gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.
Transkript anzeigen
00:00:00: Alle zwei Jahre findet in Berlin der Deutsche Krebskongress statt.
00:00:04: Das ist der Treffpunkt für alle im deutschsprachigen Raum, die beruflich mit Krebs zu tun haben – ob in der Forschung, in der Klinik oder auch am eigenen Leib.
00:00:23: Ich wollte schon in den Jahrhundzwanzig fahren, aber da ich mich mit dem Jahreswechsel damals frisch selbstständig gemacht hatte und sich die Ämter ODC im Zuge der Gründung weit ins Jahr hineinzog, war ich dann ganz froh dass ich mich letztlich doch dagegen entschieden habe.
00:00:41: Das ist aber dann das der Krebskongress-Zweißen-Sechsundzwantzig ein Fixpunkt meines Jahreswertes.
00:00:55: Der Podcast wird Mann mit Krebs!
00:01:04: Was hilft?
00:01:05: Was hilft
00:01:05: nicht?!
00:01:06: Sie könnte es besser sein.
00:01:07: Darum geht's in diesem Podcast!
00:01:13: Ich nehme dich heute mit in die Messe Berlin.
00:01:16: Dort findet nämlich der Kongress statt, über zwölftausend Fünfhundert Menschen aus Forschung Medizin Klinik Pflege Psychologie Politik und Selbsthilfe treffen sich hier.
00:01:27: sie sollen getreut im diesjährigen Kongressmotor zusammen gezielt zukunftsfähig gemeinsam die Zukunft der Krebsmedizin gestalten.
00:01:37: Hochdraubende Worte?
00:01:41: Wenn ich mir die Überschriften des wissenschaftlichen Programms durchlese, ist schnell klar dass das ehrlich gemeint ist.
00:01:48: Es geht um interdisziplinären Wissensaustausch und Vernetzung von Fachpersonen über die einzelnen Professionen hinweg.
00:01:58: Interdisziplinäer – Das bedeutet, dass einerseits verschiedene medizinische Fachbereiche wie Urologie, Chirurgie, Pathologie, Onkologie, Radiologie, Molekulargenetik, Lüklärmedizin und andererseits auch Medizin mit Pflege, Psychologie, Sozialberatung und Forschung zusammenarbeiten.
00:02:19: Hand in Hand um komplexe Fälle aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinsam zu lösen.
00:02:26: so sollen bessere Therapien entstehen und Patientinnen besser versorgt werden.
00:02:32: In insgesamt dreihundert Sessions von Vorträgen über Podiumsdiskussionen bis hin zu interdisziplinären Tumorboardbesprechungen geht es um, wie können Präventionen, Diagnose, Therapie und Nachsorge noch besser auf die Bedürfnisse von Krebsbetroffenen zugeschnitten werden?
00:02:52: Und welche neuen Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung bringen Hoffnung.
00:02:58: Mir fallen da vier Entwicklungen in der Krebsmedizin Erstens integrative Versorgung, zweitens neue Forschungsansätze, drittens Langzeitüberleben und viertens komplexere Therapien.
00:03:18: Während der Vorträge aufnehmen bringt keine gute Hörqualität.
00:03:22: deshalb habe ich vier Interviews mit von der Deutschen Krebsgesellschaft ausgewiesenen Expertinnen geführt.
00:03:29: Die erste ist Dr.
00:03:30: Judith Bünzler.
00:03:32: Sie ist Fachärztin für innere Medizin, Hematologie und Onkologie spezialisiert auf Kopfhalstumoren.
00:03:39: Ihr Arbeitsort ist das Universitätsklinikum Göttingen.
00:03:43: Und sie ist aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Onkologie also das worunter auch die Komplementärmedizin gezählt wird.
00:03:52: Dr.
00:03:53: Pünzl?
00:03:53: Das was ich aus der persönlichen Erfahrung weiß und auch das was wir aus Studien wissen ist unsere Patienten gehen in der Regel fahren in der Regel nicht alternativ zu uns, sondern die wollen selber was machen und grundsätzlich begrüßen wir es wenn Menschen selbst aktiv werden möchten.
00:04:10: Weil wir das durch auch massprofessionelle reflektieren können okay?
00:04:14: Das ist eine Situation, in der man komplett hilflos ist aufgeschmissen ist und dann wird man auch wenn's jetzt ein bisschen vielleicht ein bisschen steil formuliert, dass man wird in dieses Kursett gepresst.
00:04:27: Deshalb uns die Leitlinie als Behandlungspfad vorgibt, der natürlich Evidenz basiert ist und auch von dem wir wissen das ist das beste Therapiekonzept für die Betroffenen.
00:04:36: Man wird da reingepresst und muss sich dann an die Taktung dieses Systems halten und geht als eigener Mensch.
00:04:42: Vielleicht im System wird man nicht so gesehen, was eigentlich meine Bedürfnisse sind oder fühlt sich da sehr hilflos und ist fremdgesteuert und steuert nicht selbst.
00:04:49: Und selber zu sagen ich möchte selber aktiv werden das ist eine große Ressource auch bei der Krankheitsverarbeitung also grundsätzlich des Interesses.
00:04:55: Ich möchte etwas machen finden wir total klasse weil das heißt doch Wir haben ja unseren mündigen Betroffenen als Partner oder auch die Angehörigen dazu.
00:05:03: Wir haben mündige Menschen die mit uns in einen Dialog treten.
00:05:07: Das Ideal ist ja Schert-Decision Making, so fänden wir nicht selber in den Entwicklungen.
00:05:11: Ist das erst mal was Gutes?
00:05:13: Da wo es gefährlich werden kann, je nachdem, was für eine Idee ich entwickelte oder wenn ich nicht darüber rede weil die meistens ist es unsere erkrankten Wissen ja dass vielleicht auch wir als professionelle Meinung haben oder bestimmte Reaktionsmuster hervorrufen.
00:05:30: jemand sagt okay ich will jetzt aber noch meinetwegen zusätzlich etwas einnehmen.
00:05:37: Und dann gibt es bei manchen Kollegen und Kolleginnen gehen halt die Warenklungen an und sagen, bitte gar nicht machen, weil sonst ... Machen sie einfach nicht Punkt?
00:05:46: Dann wissen die Betroffene ja dann sage ich dem das nicht oder der das nicht und mache es trotzdem.
00:05:51: Das heißt wir haben eine große Informationslücke, dass uns die Erkrankten nichts sagen.
00:05:57: Damit wäre es erstens der erste.
00:05:58: Das kann gefährlich sein aber auch, weil wir's nicht wissen und dann Interaktion nicht abschätzen
00:06:02: können.".
00:06:03: Das heißt, wenn erster Aufruf an die Zuhörer schafft, wenn sie etwas zusätzlich machen wollen.
00:06:09: Ob es Vitamine sind oder Halbpflanzen sind, ob es traditionelle chinesische Mischungen sind sagen Sie uns das.
00:06:16: Es wird oft kommen vielleicht nicht während der aktiven Behandlungsphase weil wir vor allen Dingen im Bereich zum Beispiel traditionell-chinesischen Medizin was ja wirklich Rezepturen, komplexere Rezeptoren sind.
00:06:31: Teilweise ist es gar nicht mit unserem Interaktionschecker wenn wir sagen okay wir sind gewillt uns drauf einzulassen, gar nicht schaffen das alles durch zu checken und die Polyinteraktion also mehrfach wechselwirkung nicht überblicken können.
00:06:43: Das schaffen wir selbst mit KI noch nicht.
00:06:46: aber wenn's um Vitamine geht, die man vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hat ja Mensch da nehme ich halt mein Vitamin E tut mir halt gut habe ich gelesen.
00:06:54: und wenn ich jetzt Vitamin E Bei einem Kopfheißtumor-Patient habe ich gesagt, ich bin vorbelastet und die kriegen gerade Bestrahlung.
00:07:01: Da haben wir Studiendaten das die schlechter abschneiden, dass da das überleben schlechter ist weil irgendwie die Strahlentherapie nicht mehr ganz so wirksam ist.
00:07:10: Das ist aber teilweise von Tumor Art zu Tumore Art unterschiedlich Und das macht es verdammt komplex.
00:07:16: und deshalb ist der erste Aufruf wie findest du gut als professionelle Dassi?
00:07:22: Aktiv werden, weil das gibt in Kontrolle zurück.
00:07:24: Das macht Selbstwirksamkeit und da marschieren die Leute auch besser durch.
00:07:28: Der Zweitaufruf sagen sie uns was sie treiben damit wir das prüfen können ob es passt oder ob es nicht passt dass wir dann gemeinsam sagen das ist der Fahrplan wie wir weitermachen können.
00:07:40: oder das ist vielleicht auch die Zeit wo sie wenn sie etwas unbedingt nutzen möchten das vielleicht nutzen soll und das vielleicht.
00:07:47: Und wenn wir sagen, okay jetzt ist gerade Chemotherapie worden.
00:07:49: Da vielleicht nicht, weil wir Angst haben es gibt eine Interaktion.
00:07:51: Es ist teilweise auch mit Medikamenten so dass wir Medikamente absetzen und dann erst die Chemotherapien geben.
00:07:57: Paradebeispielmetrotrexate muss ich meinen Patienten immer aufschreiben bitte kein Magenschutz nehmen, das ist ein Medikament weil ich selber sozusagen achten muss als Ärztin und das ist so ähnlich auch bei Sachen von denen man meint, ich tue mir doch was Gutes.
00:08:16: Auf den vielen Ebenen und in den vielen Räumen des Kongresses laufen jeden Tag zwölf Sessions-Paradell.
00:08:23: Ich habe da ordentlich FOMO, möchte mich manchmal dreiteilen um alle interessanten Vorträge zu hören.
00:08:31: Am meisten beeindruckt bin ich von den Sessions in denen über neue Medikamente deren Wirkweisen und deren Erfolge oder auch über Ansätze von personalisierter Medizin berichtet wird.
00:08:43: Darüber habe ich mit Dr.
00:08:45: Jens Hoffmann gesprochen, er ist Pharmakologe und Toxicologe mit vierzig Jahren Erfahrung in der Krebsforschung.
00:08:52: Er arbeitete unter anderem am Max Dellbrück Center in Berlin im Deutschen Krebs-Forschungszentrum in Heidelberg an der University of Pittsburgh und ist jetzt Geschäftsführer einer Auftragsforschungsfirma die sich mit präklinischer Omkologieforschungen beschäftigt.
00:09:10: Wenn du an Krebsforschung denkst, fallen dir vielleicht Krebsimpfungen ein.
00:09:15: Die Medien waren zuletzt am Weltkrebstag Anfang Februar wieder voll davon.
00:09:20: Da entsteht dann manchmal der Eindruck dass Krebs-Impfungen zu einer universellen Heilung von Krebs verhelfen könnten oder sogar Krebs Verhindern könnten.
00:09:30: Vorsorgliche Impfungen werden teilweise mit therapeutischen Impfungen in einen Topf geworfen.
00:09:36: Dabei funktionieren sie ganz unterschiedlich – Dr.
00:09:39: Hoffmann?
00:09:40: Das muss man wirklich sehr kritisch unterscheiden.
00:09:43: Prophylaktische Impfungen, die beruhen darauf dass man in den letzten Jahren erkannt hat das bestimmte Viren zum Beispiel ursächlich verantwortlich sind für Gipserkrankungen.
00:09:54: diese vieren können ins Genom integrieren kann das Genom verändern und dann eben zu veränderten Tum Zellwachstum führen, das dann zur normal liegenden Transformation führt.
00:10:04: Das bekannteste Beispiel ist HP-XVI, was Professor Zuhausen in Heidelberg am Deutschen Gripsforschungszentrum entdeckt hat, aufgeklärt hat den Mechanismus und daneben diese prophylaktische Wachsine entwickelt hat.
00:10:17: Die HPV-Impfung ist unheimlich wichtig.
00:10:21: sollte man eigentlich wirklich viel mehr einführen leider im Moment gar nicht mehr so aktiv genutzt.
00:10:28: Ein anderes Beispiel ist Hepatitis B. Es ist auch bekannt, dass Hepatitis-B-Infektionen vor allem chronische Infektion zu einer Entwicklung von Leberkrebs führen können.
00:10:41: und hier gibt es eben auch Impfungen und sollte eigentlich auch wirklich genutzt werden.
00:10:47: Diese prophylaktischen Impfungen sind natürlich begrenzt für diese bekannten Viren ganz viele andere Krebserkrankungen.
00:11:00: Dass man bei ganz vielen anderen Krebserkrankungen kein Virus als Ursache kennt, sondern genetische Veränderungen oder eben auch Umwelteinflüsse und die kann man halt mit einer impfung, eine prolaktischen Impfung nicht adressieren.
00:11:13: Und dann kommt man zu diesem Thema therapeutischer Impfung.
00:11:17: Da gibt es zurzeit drei zugelassenen Möglichkeiten, die man für eine therapeutische Impfung verwenden kann.
00:11:25: Das eine ist ein ganz altes Story beim Plasengrebs mit BCG, das ist ein Bakterium was man nutzen kann um Plasenkrebs zu therapieren und das ist es aber auch im Moment schon.
00:11:40: Es läuft aber zurzeit sehr viel Forschung im Bereich therapeutischer Waktionierung oder Impfung.
00:11:49: Da laufen, da habe ich meinen Paper mitgebracht im Moment ungefähr hundert Studien.
00:11:54: Wir sind aber alle noch präklinisch und klinisch zum größten Teil und stehen leider nicht endgültig für die Patienten.
00:12:03: für die Behandlung zur Verfügung.
00:12:05: Sie wissen ja, sie kennen diese Azoneimel-Entwicklung.
00:12:08: Die läuft in drei Phasen ab.
00:12:10: Phase eins, zwei, drei oder erst kommt die Brickklinik das was ich mache.
00:12:13: dann kommt Phase Eins, zwei und drei und dann wird es noch mal geprüft von den Zulassungenorganen und da wird es zugelassen eben in der breiten Anwendung.
00:12:21: Und da sind halt sehr viele noch in der Forschung zur Zeit.
00:12:29: Es wird also noch einige Jahre dauern, bis Impfungen zur breiten Behandlung von Krebs angewendet werden können.
00:12:37: Die Crux an der Heilung von Krebes ist das es unterschiedlich schwierig ist die einzelnen Krebsarten zu behandeln.
00:12:45: Alle Krebsorten haben zwar gemeinsam dass die Zellen sich unkontrolliert vermehren aber genetisch sind sie dennoch sehr unterschiedlich.
00:12:54: Deshalb braucht es so viele unterschiedliche Therapien Und im Laufe der Erkrankung kann sich die Tumorganetik verändern.
00:13:01: Die Zellen mutieren weiter, wodurch es passieren kann dass einmal wirksame Therapien weniger oder vielleicht sogar unwirksam werden.
00:13:12: Die vergangenen zehn bis zwanzig Jahre haben gezeigt das mittlerweile viele Krebsarten besser behandelt werden können, dass die Überlebensraten steigen, die Sterblichkeit sinkt also, dass mehr Krebsarten als früher geheilt werden können oder zumindest in eine chronische Erkrankung übergeführt werden können.
00:13:30: Eine Krebsart, die schon sehr lange, sehr gut heilbar ist, ist Hodenkrebs.
00:13:35: Dazu spreche ich mit Professor Karsten Bokemeier.
00:13:38: Hallo!
00:13:40: Sie sind
00:13:40: auf dem Weg zu mir.
00:13:41: Wo sind wir hin?
00:13:42: Immer rund da, oder?
00:13:43: Das ist recht ruhig... Er ist Direktor der Klinik für Onkologie und Hematologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppentorf und leitet die interdisziplinäre German Testicular Cancer Study Group Also die deutsche Arbeitsgruppe für Hohentumoren in der deutschen Krebsgesellschaft.
00:14:02: Professor Böckemeier?
00:14:03: Ja, zum Einen ist es ja erstmal toll dass wir bei Hodenkrebs wirklich ganz ganz viele Langzeitüberlebende haben also eigentlich nicht nur langzeit überlebende sondern komplett geheilte Patienten.
00:14:14: und natürlich ist das auch abhängig vom Stadium der Erkrankung.
00:14:17: In dem Stadium, wenn nur der Hoden betroffen ist.
00:14:20: Also im Stadium eins ist eigentlich die Heilungsrate nahezu hundert Prozent, ich sag mal zumindest mal neunundneinzig Prozent.
00:14:27: Wenn die Krankheit etwas ausgedehnter ist mit abdominellen Nymphknoten sind die Langzeitheilungsraten aber immer noch um fünfundneunzig Prozent.
00:14:34: und eben das ganz besonders bei dieser Krankheit selbst bei metastasierter Situation also wenn beispielsweise Lungenmetastasen oder Metastasens im Körper vorhanden sind.
00:14:45: Auch dort werden ganz viele Patienten geheilt.
00:14:48: Da kann man noch so ein bisschen die Stadien unterteilen, aber selbst dann sind das mindestens auch fünfzig bis über neunzig Prozent aller Patienten, die endgültig geheilt werden können durch eine Chemotherapie gefolgt von einer Reziktion der Restherde, die da ist.
00:15:05: Wenn wir nachdenken wann sind Patienten Langzeit geheilt?
00:15:10: Kann man so ein bißchen drüber nachdenkt und wann tritt die Krankheit nach einer ersten Behandlung wieder auf?
00:15:15: Das hängt schon ein bisschen davon ab, wie die initiale Situation war.
00:15:20: Wenn ich jetzt in Häckchen nur eine Operation am Boden mache und keine Nachbehandlung machen muss, dann ist schon die Zeit drei-, vier-, fünf Jahre bis sich sagen kann, da wird wahrscheinlich nichts mehr kommen.
00:15:32: bei den Patienten, die eine metastasierte Erkrankung haben an den Chemotherapie durchlaufen.
00:15:37: sozusagen ist schon ... Die Zeit wo wir sagen, wo wir richtig von Heilungs sprechen ist etwa fünf Jahre.
00:15:43: aber wir wissen dass dort, wo Rezedive auftreten, also die Krankheit wiederkommt.
00:15:49: Dass das eigentlich in den allermeisten Fällen schon im ersten oder zweiten Jahr nach der Behandlung ist.
00:15:54: Sodass wenn man so eine Verteilung sieht sind zwei Drittel aller Fälle, wo es wieder auftritt, in den ersten zwei Jahren und vielleicht noch knapp ein Drittel sozusagen im Jahr drei bis fünf.
00:16:07: Und höchstens einen bis fünf Prozent nach mehr als fünf Jahren.
00:16:12: Aber im Grunde ... beginnt natürlich die Frage Survivorship beim Hodentumor schon mit Beginn der Therapie.
00:16:20: Weil wir ja wissen, dass so viele geheilt werden können sollte man natürlich schon bei der Wahl der Therapien darüber nachdenken diese Heilungsrate zu erreichen So wenig Aufwand und so wenig Nebenwirkung wie irgend möglich, weil wir im Grunde dieses lebenslange Überleben bereits zu dem Zeitpunkt im Auge haben sollten.
00:16:39: Auch wenn natürlich der unmittelbar Betroffene erstmal sagt mach mal alles und so viel wie geht damit ich auf jeden Fall geheilt werde?
00:16:45: ja ist auch richtig aber wenn ich das in irgendeiner Art und Weise begrenzen kann und die Heilungsrate trotzdem erreiche habe ich natürlich viel weniger Gefahr von Langzeitnebenwirkungen.
00:16:57: noch nicht alle Krebserden sind so gut behandelbar wie Hodenkrebs Was die vergangenen Jahrzehnte gezeigt haben, es gibt viel mehr zur Behandlung von Krebs als nur Operation Bestrahlung und Chemotherapie.
00:17:10: Immer mehr Krebsarten werden mit selbst einzunehmen Tabletten behandelt.
00:17:15: Da ist einerseits die kleine medizinische Fachschokot Therapietreue besonders wichtig also dass Patientinnen sich an den vorgeschriebenen Therapieplan halten Und übergeordnet gesehen ist das sogenannte Arzneimitteltherapiesicherheit, auch wieder ein sehr schwieriges Wort.
00:17:33: Also dass eine Therapie sicher für Patientinnen gestaltet ist wichtig.
00:17:38: Dieses Thema bespreche ich mit Dr.
00:17:40: Katja Gessner.
00:17:42: Sie isst Apothekerin in der Uniklinik Erlangen mit dem Schwerpunkt Orale-Tumortherapie arbeitet als Wissenschaftlerin an der Friedrich Alexander Universität Erlanger Nürnberg und ist Expertin in der Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pharmacie in der Deutschen Krebsgesellschaft.
00:17:58: Das Gespräch haben wir krankheitsbedingt nach dem Kongress online durchgeführt.
00:18:03: Dr.
00:18:04: Katja Kessner?
00:18:05: Also Arzneimitteltherapiesicherheit ist ja erst mal ein wahnsinnig langer Begriff, den man so ein bisschen auseinanderdröseln muss.
00:18:12: Wir haben da drin das Wort Arzneimittel.
00:18:13: also es geht um die Medikamente, die die Patienten einnehmen an sich Die Therapie, also sprich alles was irgendwie mit der Therapie zusammenhängt von der Verordnung durch den Onkologen bis hin aber auch zur Anwendung bei den Patienten und Sicherheit heißt das es möglich sicher gestaltet werden soll.
00:18:31: Also alles was mit dieser Therapie zusammengedrückt soll möglichst sicher für die Patienten gestalten werden.
00:18:38: Und in meinem Alltag sehe ich ja vor allem Patienten wie diese oralen Therapien einnehmen.
00:18:43: Also an sich ist ja zuerst mal schön, dass orale Therapien die sind einfacher von der Anwendung.
00:18:49: Ich kann es zu Hause eigenständig auch einnehmen aber es sind hochwirksame Medikamente und sie müssen natürlich auch gewissermaßen richtig und regelmäßig eingenommen werden.
00:18:58: das sind wir schon bei einem großen Punkt der Therapietreue.
00:19:02: Das sehe ich gerade wenn die Patientinnen und Patienten schon etwas älter sind, dass Sie doch manchmal Schwierigkeiten haben so komplexe Schämata richtig Zuhause anzuwenden.
00:19:13: Da geben wir den Patienten viele Unterstützung, also beispielsweise auch Tagebücher oder Einnahmepläne bieten Apps mit Erinnerungsfunktion an.
00:19:22: Dass sie einfach die Einnahme nicht vergessen und da immer wieder jeden Tag die Einarme richtig machen.
00:19:29: Wichtig ist ja nicht nur die regelmäßige Einnahme sondern auch die richtige Einnahme.
00:19:33: das heißt Wir müssen oft in Abstand Sonnarung richtig einhalten.
00:19:37: Das ist auch ein Problemfall was vielen Patientinnen und Patienten nicht so bewusst ist dass Je nachdem, ob ich es mit Nahrung einnehme oder ohne Nahrungen, dann auch entweder zu einer stärkeren Wirksamkeit oder die Wirksamke verringert werden kann.
00:19:52: Weil einfach durch die Nahrungs- von dem Wirkstoff in den Körper mehr aufgenommen wird und weniger aufgenommen werden kann.
00:19:59: Also da ist auch die Aufklärung besonders wichtig.
00:20:01: Das heißt wir haben zum einen die regelmäßige Einnahme aber auch die richtige Einnahme mit der Nahrheit.
00:20:08: Weitere Probleme sind der Umgang mit Nebenwirkungen.
00:20:12: Patientinnen und Patienten, die ich sehe nehmen die Wirkstoffe ja meistens selbstständig zu Hause ein.
00:20:18: Und müssen gut aufgeklärt werden welche Nebenwirkungen auftreten und wann sie auch dann das Behandlungsteam kontaktieren müssen.
00:20:27: Es gibt... man kann meistens bei fast allen Nebenwürkungen auch Vorbeugeln schon sehr viel machen.
00:20:31: Das heißt wenn die Patienten da gut aufgeklärts sind Man sich auch regelmäßig mit ihnen austauscht wie es ihnen geht kriegt man auch eigentlich den Nebenwirkungen wirklich gemeinsam sehr sehr gut in den Griff.
00:20:41: Es ist nur wichtig, dass Patienten die Nebenwirkungen ansprechen.
00:20:46: Was wir ja auch machen sind die Wechselwirkungschecks.
00:20:50: Wir schauen die komplette Medikation an von den Patienten und da sehen wir sehr oft Wechselwirkungen mit nicht nur den anderen verordneten Medikamenten sondern vor allem auch Präparate, die Patientinnen und Patienten freiverkäuflich in der Apotheke holen können.
00:21:07: Zum Beispiel sind das Präprate mit Johannes Kraut Was oftmals Probleme macht, das wird gerne bei psychischen Verstimmungen auch eingesetzt.
00:21:18: Oder aber auch Grabfruit-Suft oder Grabfruitprodukte was man ja doch nicht so direkt auf dem Schirm hat dass es auch mit Nahrungsmitteln beispielsweise Probleme geben kann.
00:21:28: also die Wechselwirkungen gerade mit Sachen die man einfach frei verkäuflich in der Drogerie oder in der Apotheke kaufen kann sind auch besonders wichtig und das sehen wir auch oft im Alltag.
00:21:37: dass es da Probleme gibt
00:21:41: Da zeigt sich wieder Wenn wir die Betrachtungsebene auf einzelne Patientinnen legen, ist die Therapie von Krebs teilweise doch schon sehr individuell.
00:21:52: Auch wenn wie Krebsforscher Dr.
00:21:54: Jens Hoffmann bereits dargestellt hat es noch einige Jahre dauern wird bis wir wirklich individuell zugestittene Krebsbehandlungen im Krankenhaus sehen werden.
00:22:04: Die Gespräche, die ich mit den vier ExpertInnen vom Kongress geführt habe waren sehr ausführlich und spannend zu lange, um sie in dieser Folge zu bringen.
00:22:16: Deshalb wirst du Sie in den kommenden Wochen als Sonderfolgen hören.
00:22:20: Abonniere also gleich, um keine Folge zu verpassen!
00:22:25: Alles in allem stimmt der Krebskongress positiv – das sehr tiefe Wissen der einzelnen medizinischen Fachdisziplinen verdeutlicht wie wichtig der interdisziplinäre Austausch zwischen Fachärztinnen ist nicht nur hier am Kongress, sondern auch und vor allem in der praktischen Arbeit.
00:22:48: Dazu wäre eine noch bessere Vernetzung der Kliniken untereinander hilfreich aber auch dass in den Klinik die unterschiedlichen Fachbereiche überhaupt vorhanden sind was wieder nur im größeren Klinikum möglich ist zum Nachteil von kleineren wohnortnahen Krankenhäusern.
00:23:05: Das Kongresskomitee formuliert diesen Sachverhalt in einem offiziellen Statement als appellende Politik so, jede Krebspatientin sollte in einem zertifizierten Krebszentrum behandelt werden.
00:23:18: Nur so könne eine qualitätsgesicherte Therapie gewährleistet werden damit der einzelnen Mensch die bestmöglichen Behandlung bekommt.
00:23:28: Ein hochpolitisches Thema denn sehen wir uns ehrlich Vor allem im ländlichen Raum wird das kleine Krankenhaus in der nächstgelegten Stadt doch sehr geliebt.
00:23:40: Ein zweiter wichtiger Aspekt bleibt mir auch noch nach dem Kongress hängen.
00:23:45: In den allermeisten Sessions standen nicht Forschende und Medizinerinnen im Mittelpunkt, sondern PatientInnen.
00:23:53: Außerdem waren Selbsthilfeorganisationen und Betroffene aktiv in Diskussionen eingebunden, indem es um Lebensqualität, Langzeitnachsorge und gemeinsame Entscheidungsfindung geht.
00:24:04: Stichwort Shared Decision Making.
00:24:07: Dazu verlinke ich dir eine Folge aus den Shownauts.
00:24:25: und Teile ihn mit jenen, denen er helfen könnte.
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00:24:52: Die Links findest Du in den Schornnoten.
00:24:53: Alles schöne Dir Bis in zwei Wochen.
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