Nebenwirkungen? Sprich darüber – Dr. Katja Gessner zu Arzneimitteltherapiesicherheit (Expert) · Folge 42
Shownotes
💭Fülle jetzt die Community-Umfrage aus (nur noch bis 15.06.2026).
Wenn Krebsmedikamente zuhause eingenommen werden, tragen Betroffene viel Verantwortung selbst. Doch was tun bei Nebenwirkungen? Wie wichtig ist die richtige Einnahme? Und welche Rolle spielen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln oder sogar Lebensmitteln?
Apothekerin Dr. Katja Gessner erklärt, worauf es bei der Arzneimitteltherapiesicherheit ankommt, warum Beschwerden möglichst früh angesprochen werden sollten und wie Angehörige dabei helfen können, die Krebstherapie sicher und wirksam durchzuführen. Außerdem erfährst du, welche Unterstützung Apotheken bieten können und weshalb es sich lohnt, Fragen nicht für sich zu behalten.
Themen der Folge:
- Sichere Anwendung von Krebsmedikamenten
- Nebenwirkungen erkennen und ansprechen
- Wechselwirkungen mit Medikamenten und Lebensmitteln
- Lebensqualität während der Krebstherapie
- Unterstützung durch Angehörige
- Hilfsangebote von Apotheken und Behandlungsteam
🤝 Gefällt dir, was du hörst? Werde Teil der Männerkrebs-Community und unterstütze die Arbeit am Podcast!
Links, Quellen:
- AMBORA Wissensdatenbank orale Tumortherapie für Patient:innen und Angehörige (Universitätsklinikum Erlangen)
- Dr. Katja Gessner, Apothekerin, Zusatzbezeichnung Onkologische Pharmazie, Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pharmazie (OPH) in der DKG
- Pharmazeutische Dienstleistungen in Apotheken in Deutschland (ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.)
- Patient:innenflyer Medikationsberatung Deutschland (PDF)
- Medikationsanalyse in Apotheken in Österreich
- Apothekensuche mit Dienstleistungsauswahl (Österreich)
Folgen zum Weiterhören:
- Krebsmedizin 2026: Einblicke vom Deutschen Krebskongress (On tour) · Folge 37
- Selbstmedikation bei Krebs? – Dr. Judith Büntzel über Wechselwirkungen und integrative Onkologie (Expert) · Folge 39
- Langzeitüberleben – Prof. Dr. Carsten Bokemeyer über Therapie, Nachsorge und Folgen von Hodenkrebs (Expert) · Folge 41
- Warum die reguläre Folge heute ausfällt (Sonderfolge)
Schreib in die Kommentare, was du dir aus dieser Folge mitnimmst.
- Podcast-Fragebogen aufüllen
- zusätzliche Infos erhalten: Newsletter abonnieren
- Buch: Alexander Greiner. Als ich dem Tod in die Eier trat (Verlag Kremayr & Scheriau, 2019)
- Online-Kurs: 5-wöchige E-Mail-Serie „Sicher durch schwierige Zeiten“
- Feedback, Fragen, Ideen: podcast@alexandergreiner.com
- Werde Mitglied der Männerkrebs-Community
Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.
Host, Redaktion, Produktion: Alexander Greiner; Sound Design: Happy House Media, Asta Krejci-Sebesta, Tatjana Lukáš; Musik/Signation: Cool My Bass – BalloonPlanet; Titelsprecher: Stephan Andrejs; Cover: Studio Mana, Romana Reisenberger; Foto: Franzi Kreis
Gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.
Transkript anzeigen
00:00:00: Derzeit läuft eine Community-Umfrage.
00:00:03: Ich will nämlich witzeln, warum dir der Podcast wichtig ist?
00:00:07: Wenn du die Umfrage noch nicht beantwortet hast dann mach es bitte jetzt!
00:00:11: Du hast noch bis fünfzehnten Juni, zwanzig Zeit.
00:00:15: Den Link findest du in den Shownotes.
00:00:32: Was tut man
00:00:33: mit Krebs?
00:00:34: Was hilft, was hilft nicht.
00:00:36: Und
00:00:36: wie könnte es besser sein?
00:00:37: Darum geht's in diesem Podcast!
00:00:39: Bevor wir reinstarten, herzlichen Dank an Frank und Andreas.
00:00:44: Sie haben eine freiwillige Spende für den Podcast überwiesen damit der Podcast in der gewohnten Form weiterlaufen kann.
00:00:51: Bis August fehlen knapp hundert Supportmitgliedschaften.
00:00:55: Viele Hörer schreiben mir, dass ihnen die Erfahrungen anderer Männer helfen und das sie sich mit dem Podcast weniger allein fühlen.
00:01:03: Wenn du dazu beitragen möchtest, dass der Podcast in der gewohnten Form weitergeführt werden kann, unterstütze ihn jetzt!
00:01:10: Nun zum Thema dieser Folge.
00:01:13: Zu den wichtigsten Säulen der Krebsbehandlung zählen Operationen Bestrahlungen und medikamentöse Therapien.
00:01:21: Welche Behandlung infrage kommt hängt von der Krepsart dem Krankheitsstadium und weiteren Faktoren ab.
00:01:28: Manchmal werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert.
00:01:33: Wenn wir uns die dritte Behandlungsform Medikamente als Krebstherapie ansehen, dann ist das Feld extrem weit.
00:01:40: Dazu gehören klassische Chemotherapien, onkologische Immuntherapien und sogenannte zielgerichtete Therapien.
00:01:47: Diese Erzneimittel werden oft flüssiger als Infusionen oder in Tablettenform gegeben.
00:01:53: Viele dieser Tablettentherapien können zumindest teilweise zu Hause eingenommen werden und ermöglichen dadurch mehr Behandlungen außerhalb der Klinik.
00:02:03: Dieses Thema bespreche ich mit Dr.
00:02:05: Katja Gessner.
00:02:07: Sie ist Apothekerin der Uniklinik Erlangen mit dem Schwerpunkt Orale Tumortherapie, arbeitet als Wissenschaftlerin an der Friedrich Alexander-Universität Erlanger Nürnberg und ist ausgewiesene Expertin der Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pharmazie in der Deutschen Krebsgesellschaft.
00:02:26: Ich habe sie im Februar für meine Repartage vom Deutschen Krebskongress in Berlin interviewt.
00:02:31: In einem Auszug davon hast du bereits in Folge thirty-seven gehört!
00:02:35: Nun hörst du das ganze Interview, dass wir krankheitsbedingt nach dem Kongress online geführt haben.
00:02:41: Wir reden über Nebenwirkungen und Wechselwirkung als Neimitteltherapiesicherheit und Lebensqualität als Teil der Therapieentscheidung.
00:02:51: Dr.
00:02:52: Katja Gessner
00:02:53: Ich bin Apothekerin jetzt schon seit über sieben Jahren in Erlangen tätig mit dem Schwerpunkt auf Orale Krebstherapie.
00:03:00: Ich bin Wissenschaftlerin und aber auch in der Klinik tätig.
00:03:04: Und ich betreue Patienten, die eine orale Krebstherapie einnehmen, sprich eine Therapie in Form von Tabletten oder Kapseln, die eben nicht über die Wehne läuft.
00:03:14: Wir schauen, dass die Patienten mit diesen Therapien gut zurechtkommen.
00:03:17: Das heißt wir machen Einnahmeschulungen, schauen das sie bei den Nebenwirkungen zu Recht kommen, überprüfen die ganze Medikationen, die die Patienten einnehmen.
00:03:29: Die vergangenen zehn bis zwanzig Jahre haben ja gezeigt, dass moderne unkologische Therapien stetig wirksamer werden.
00:03:36: Aber auch komplexer und Sicherheit entsteht einerseits eben durch strukturierte Medikationsprozesse aber auch durch informierte Patientinnen.
00:03:46: was umfasst denn jetzt so dieses Schlagwort Arzneimitteltherapiesicherheit in der Onkologie konkret?
00:03:53: Und welche Fehlerquellen treten in der Praxis am häufigsten auf?
00:03:56: Was sehen Sie da?
00:03:57: Also Arzneimitteltherapiesicherheit ist ja erst mal ein wahnsinnig langer Begriff, den man so ein bisschen auseinanderdröseln muss.
00:04:04: Wir haben da drin das Wort Arzneimetel also es geht um die Medikamente, die die Patienten einnehmen an sich.
00:04:09: Die Therapie sprich alles was irgendwie mit der Therapie zusammenhängt von der Verordnung durch den Onkologen bis hin aber auch zur Anwendung bei den Patienten und Sicherheit heißt dass es möglich sicher gestaltet werden soll.
00:04:23: Alles was mit dieser Therapie soll möglichst sicher für die Patienten gestaltet werden.
00:04:30: Und in meinem Alltag sehe ich ja vor allem Patienten, die diese oralen Therapien einnehmen und da wollten sie jetzt genauer wissen was sich so viele Problemfelder im Alltag sehen.
00:04:40: Exakt,
00:04:42: ja.
00:04:42: Also an sich ist er zuerst mal.
00:04:44: schön dass orale Therapien die sind einfacher von der Anwendung.
00:04:47: Ich kann es zu Hause eigenständig auch einnehmen aber es sind hoch wirksame Medikamente und die müssen natürlich auch gewissermaßen richtig und regelmäßig eingenommen werden.
00:04:57: Das sind wir schon bei einem großen Punkt der Therapietreue.
00:05:01: Das sehe ich gerade, wenn die Patientinnen und Patienten schon etwas älter sind, dass sie doch manchmal Schwierigkeiten haben so komplexe Schämata richtig zu Hause anzuwenden.
00:05:12: Da geben wir den Patienten viele Unterstützung also beispielsweise auch Tagebücher oder Einnahmepläne bieten Apps mit Erinnerungsfunktionen an, das Sie einfach die Einnahme nicht vergessen und da immer wieder jeden Tag die Einarme auch richtig machen.
00:05:28: Wichtig ist ja nicht nur die regelmäßige Einnahme, sondern auch die richtige Einnahme.
00:05:32: Das heißt wir müssen oft den Abstand zur Nahrung richtig einhalten.
00:05:36: das ist auch ein Problemfall was vielen Patientinnen und Patienten nicht so bewusst ist dass je nachdem ob ich es mit Nahrungen einnehme oder ohne Nahrungs dann auch entweder zu einer stärkeren Wirksamkeit oder auch die Wirksamke verringert werden kann weil einfach durch die Nahring von dem Wirkstoff in den Körper mehr aufgenommen wird oder weniger aufgenommen werden kann.
00:05:57: Also da ist auch die Aufklärung besonders wichtig.
00:06:00: Das heißt, wir haben zum einen die regelmäßige Einnahme aber auch die richtige Einnahme mit der Nahrung.
00:06:06: Weitere Probleme sind der Umgang mit Nebenwirkungen.
00:06:10: Patienten und Patienten, die ich sehe nehmen die Wirkstoffe ja meistens selbstständig zu Hause ein und müssen gut aufgeklärt werden welche Nebenwürkungen auftreten und wann sie dann das Behandlungsteam kontaktieren müssen.
00:06:26: Es gibt Man kann meistens bei fast allen Nebenwirkungen auch vorbeugend schon sehr viel machen.
00:06:30: Das heißt, wenn die Patienten da gut aufgeklärt sind und sich regelmäßig mit ihnen austauscht wie es ihnen geht, kriegt man eigentlich den Nebenwürkungen gemeinsam in den Griff.
00:06:40: Es ist nur wichtig dass Patienten die Nebenwurkungen ansprechen.
00:06:45: Und was wir ja auch machen, das sind die Wechselwirkungschecks.
00:06:49: also wir schauen die komplette Medikation an von den Patienten Nicht nur den anderen verordneten Medikamenten, sondern vor allem auch Präparate die Patientinnen und Patienten freiverkäuflich in der Apotheke holen können.
00:07:06: Zum Beispiel sind das Präprate mit Johannes Kraut was oftmals Probleme macht.
00:07:12: Das wird gerne bei psychischen Verstimmungen eingesetzt oder aber auch Grabfruit-Saft oder Grabfoodprodukte.
00:07:20: Was man ja doch nicht so direkt auf dem Schirm hat dass es auch mit Nahrungsmitteln beispielsweise Probleme geben kann.
00:07:27: Also die Wechselwirkungen, gerade mit Sachen, in denen man freiverkäuflich in der Drogerie oder in der Apotheke kaufen kann.
00:07:33: Die sind auch besonders wichtig und das sehen wir oft im Alltag, dass es da Probleme gibt.
00:07:40: Eine Verständnisfrage sprechen Sie dann in der Anamnese?
00:07:44: Und in den Kontrollterminen direkt mit den Patientinnen an?
00:07:48: Oder gibt's ein anderes Betreuendespersonal, das wiederum Rücksprache hält mit Ihnen?
00:07:54: Also wir erfassen ja von den Patienten die genauen Medikamente, die sie einnehmen und fragen auch explizit nach Nahrungs- und Genussmitteln.
00:08:03: Wo wir eben wissen dass die oft Probleme machen wie auch Alkohol, Crab food Konsum was wir gerade besprochen hatten oder auch Koffein Und dann melden wir das zurück an das Behandlungsteam.
00:08:15: also für diese Interaktionen wie wir sagen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind wir als Apothekerprämier zuständig diese zu entdecken uns auch zu lösen.
00:08:27: Das heißt aber dann auch schon bei Ihnen in der Klinik sind, ist das Betreuungsteam angehalten diese Fragen direktzustellen und nicht auf das Feedback der Patientinnen zu warten?
00:08:38: Genau da sind wir hier bei uns am Standort ein bisschen einer Luxussituation weil die Patienten wirklich sehr engmaschig im Team aus Ärzten, Pflege- und Apotheker gemeinsam betreuen dass es leider noch nicht in der Routine überall so üblich Und da werden diese Fragen wirklich immer bei den Patienten bestellt.
00:08:59: Jetzt haben Sie eh schon sehr vieles angesprochen, wenn wir darüber hinaus denken welche Maßnahmen könnten konkret noch zusätzlich dazu beitragen neben Wirkungen besser zu kontrollieren und Therapien dadurch durchhaltbarer zu machen?
00:09:15: Ja das wichtigste ist dass die Patienten direkt von Anfang an aufgeklärt sind welche Nebenwirkungen dann auftreten können damit sie einfach gut vorbereitet sind, damit Sie wissen auf welche Nebenwirkungen wie zum Beispiel Hautreaktionen die sehr oft auftreten.
00:09:30: Wie kann ich da vorbeugend schon was machen?
00:09:33: Dass diese Nebenwürkungen gar nicht so schlimm werden im Verlauf, wie beispielsweise eine gute Hautpflege und dass es gerade bei Männern immer schön wenn's eine Ehefrau gibt dann holen wir die sehr gerne mit ins Boot das einfach beide gemeinsam an die Hauptpflege denken oder ein gewisses Ritual drausmachen oder was auch immer.
00:09:50: Also, wenn die Patienten da vorbeugend einfach schon fleißig mithelfen und vorbeuchend die Hauptpflege beispielsweise machen kann man Nebenwirkungen sehr gut in den Griff kriegen.
00:10:02: Aber das wissen die Patienten nur, wenn sie ausführlich aufgeklärt sind.
00:10:06: Und es gibt natürlich auch sehr seltene aber kritische Nebenwerkungen.
00:10:10: Da müssen die Patienten geschult werden wie sie die erkennen wann es kritisch ist.
00:10:21: Basiert das dann nur auf der Tonspur quasi im ärztlichen Gespräch oder bekommen die Patientinnen auch irgendwelche Unterlagen mit?
00:10:31: Also wir geben den Patienten ein Merkblatt zu ihrem neuen oralen Krebsmedikament mit, wo die wichtigsten Sachen draufstehen.
00:10:39: Zur Einnahme, zur Dosierung – auch zum Thema Nebenwirkungen und Wechselwirkung.
00:10:45: Das bekommen sie schriftlich mit, dass es ein zweiseitiges Handout ist.
00:10:50: Wenn wir über ganz bestimmte Nebenwirkungen noch sprechen, wie zum Beispiel die Hauptpflege oder auch Durchfälle oder Magendarm-Probleme dann geben wir da auch nochmal ein separates zweiseitiges Merkmal mit.
00:11:02: Also die Patienten bekommen die Informationen schriftlich und mündlich
00:11:07: Stichwort Nebenwirkungen.
00:11:08: Ich moderiere auch Patientengruppen für Männer mit Krebs und erst gestern hatte ich einen Mann in der Patientengruppe, der sagte sollte es bei ihm zu einem Rezeptiv kommen würde ja ganz sicher keine weitere Bestrahlung oder Chemotherapie mehr machen lassen weil die Nebenwirkungen zuletzt bei seiner Therapie so extrem lebenseinschränkend waren.
00:11:28: Wie lässt sich jetzt in der modernen Onkologie diese Aspekte Lebensqualität systematisch in solche Therapieentscheidungen integrieren, ohne Wirksamkeit oder Überleben für Patientinnen zu beeinträchtigen.
00:11:42: Ja die Lebensqualität ist gerade in der Onkologie wirklich das Allerwichtigste.
00:11:46: man muss einfach schauen ist es denn jetzt eine zeitlich beschristete Therapie?
00:11:51: Das heißt Patienten müssen vielleicht für ein paar Monate da jetzt sozusagen durch oder wenn sie die Therapien so lang wie möglich einnehmen sollen, muss natürlich die Lebensqualität auch stimmen.
00:12:02: Es muss immer Patienten individuell gemeinsam entschieden werden und das ist ganz wichtig dass die Patienten keine Nebenwirkungen verheimlichen oder versuchen es auszuhalten alleine einfach um stark zu sein sondern nur wenn Sie den Nebenwirkungen offen ansprechen beim Behandlungsteam dann können wir auch gemeinsam Eine gute Lösung finden für den Patienten, dass es ihm möglichst gut geht unter der Therapie.
00:12:25: Und bei den meisten Nebenwirkungen haben wir superwirksame Medikamente die wir einsetzen können sowohl vorbeugend als auch dann wenn's schon so weit sein sollte und die Nebenwirkung da
00:12:36: ist.
00:12:36: abschließend.
00:12:37: Was möchten Sie Betroffenen mitgeben?
00:12:39: Was ist Ihre wichtigste Botschaft an Männer, die gerade in einer Kripstherapie stecken und sich gerade durchmachen, die vielleicht jetzt nicht komplett nebenwirkungsfrei sind, sondern wo man dann auch wirklich merkt, die Auswirkungen der systemischen Therapie?
00:12:55: Und was gibt es vielleicht auch für eine Bootschaft an die Angehörigen?
00:13:01: Gibt's da etwas das Sie aus Ihrer Erfahrung heraus besonders betonen
00:13:05: möchten?".
00:13:08: Für die Patienten würde ich sagen, sprechen sie alle Probleme.
00:13:12: Alle Bedenken, alle Nebenwirkungen ganz offen mit dem Behandlungsteam an.
00:13:17: Dass man wirklich nichts aushält gerade auch wenn man Nebenwürkungen hat und dann deswegen das Medikament nicht mehr einnimmt weil man einfach Angst hat dass es schlimmer wird.
00:13:28: Man hat vielleicht auch Schluckbeschwerden Und kann das medikament einfach nicht richtig schlucken.
00:13:34: nur wenn man solche kleine probleme Anspricht, dann können wir gemeinsam schauen dass die Patienten bestmöglich einfach unter der Therapie fahren und zurechtkommen.
00:13:45: Und es gilt auch für alle Medikamente und auch komplementäre Verfahren oder frei verkäufliche Sachen.
00:13:52: bitte bitte alles offen und ehrlich ansprechen weil nur wenn wir alles wissen was die Patienten einnehmen können wir da auch eine gute Beratung machen gut prüfen und die beste Empfehlung geben.
00:14:03: Also in Summe die Botschaft, alle Probleme neben Wirkungen immer ganz offen beim Behandlungsteam ansprechen und nichts versuchen selbst einfach auszuhalten.
00:14:16: Die Angehörigen sind natürlich gerade bei der Therapienform von Tabletten oder Kapseln, die zu Hause genommen werden ein ganz wichtiger Bestandteil.
00:14:26: Wir können die Angehöhrigen einbeziehen damit wir die Einnahme nicht vergessen.
00:14:31: Sie können auch immer schön die Patienten erinnern.
00:14:34: Sie können über Nebenwirkungen schauen,
00:14:37: d.h.,
00:14:37: dass sie die Haut mit beobachten oder schauen, ob irgendwelche Durchfälle so öfter auftreten.
00:14:44: D.h.
00:14:44: auf den Patienten ganz genau beobachten und dann gemeinsam festlegen und im Behandlungsteam Rückmeldung geben, wenn es Probleme zu Hause gibt.
00:14:53: Auch der Umgang zu Hause ist besonders wichtig, gerade mit Krebsmedikamenten für die Angehörigen ... diese Stellen oder dann auch den Patienten stellen, dass sie sich die Hände zum Beispiel waschen.
00:15:08: Also da sind die Angehörigen immer mit im Boot und müssen auch um den Umgang und einfach um alle wichtigen Details zu dem Medikament gut aufgeklärt werden.
00:15:16: Und ich empfehle immer allen Patientinnen bringen Sie ein zweites Augenpaar mit ins Beratungsgespräch und das sind meistens die Angehörigen weil vier Augen und Ohren hören mehr als zwei.
00:15:30: Ich möchte da gerne noch ein bisschen kritisch nachfassen, weil mir vorkommt das oft so eine, ich weiß nicht wie ich es sagen soll, ein bisschen eine Scham da ist.
00:15:39: Zumindest in seine Hürde dann mit dem ärztlichen Team Kontakt aufzunehmen, weil oft die Erfahrung ist natürlich keine Zeit und ich werde dann irgendwie so schnell schnell abgetan oder vielleicht sogar nur eine Nummer.
00:15:56: Oder ist dann niemand erreichbar, telefonisch?
00:16:00: Wir würden sie dem entgegenen.
00:16:02: Was ist der beste Weg?
00:16:03: oder vielleicht gibt es da auch möglicherweise einen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich?
00:16:07: Obwohl ich die Erzählungen teilweise aus Deutschland höre...
00:16:12: Also ich würde als Patient wenn ich in das ärztliche Gespräch gehe mich gut vorbereiten also mir alles einmal aufschreiben meine wichtigsten Fragen, die so in der letzten Zeit passiert sind.
00:16:23: Dann verliere ich keine Zeit weil ich im Gespräch aufgeregt bin, so viele neue Informationen bekommen.
00:16:29: Dass ich auch wirklich eine Fragenliste habe die ich mit dem Arzt abhaken möchte oder besprechen möchte und wir sind natürlich bei uns hier auch noch als Apotheker ein zusätzlicher Ansprechpartner und erfahrungsgemäß ist das niederschwelliger.
00:16:44: Die Patienten reden auch offener manchmal mit uns aber wir spiegeln es dann alles zurück an Das ärztliche Behandlungsteam was die Patienten mit uns besprechen.
00:16:54: Das heißt, ich kann als Patientin, wenn ich mich sehr unsicher fühle dann auch in der Klinik anrufen und sagen verbinden Sie mich mit einer Klinikerapothekerin.
00:17:06: Ganz genau!
00:17:09: Dann
00:17:09: kommen die Patienten direkt bei uns in der Beratung raus und wir schauen ob man das telefonisch lösen kann das Problem oder ob ein zusätzliches Gespräch notwendig ist.
00:17:22: Gibt es irgendetwas, was ich jetzt noch nicht gefragt habe?
00:17:24: Wo Sie sagen, das sollten Männer mit Krebs unbedingt im Podcast hören.
00:17:30: Hmm... Gerade fällt mir nichts ein!
00:17:33: Ich kann eigentlich sonst nur Werbung für unsere eigene Informations-Homepage machen wo man sich über Krebs super gut auch informieren kann.
00:17:41: Wir verlinken auf Ihren Podcasts schon sehr lange, hab' ich gesehen in unserer Infotake.
00:17:46: Oh okay, war mir noch gar nicht, hatte ich noch gar.
00:17:51: Und da findet man einfach ganz viele Informationen auch zu Nebenwirkungen, was man da selbst machen kann.
00:17:59: Es gibt auch Einnahmepläne gerade um die Therapietreue ein bisschen zu stärken und ganz viel Informationen rund um das Thema Krebs.
00:18:09: Um das Thema Krebes, was mal mit Tabletten oder Kapseln behandeln kann.
00:18:12: aber da gehört jetzt natürlich das Prostattacker Zynom auf jeden Fall auch mit dazu.
00:18:16: Genau!
00:18:17: Das ist eine Homepage, die es durch die Deutsche Krebshilfe gefördert Und durch die Lesmüller Stiftung, also komplett industriell unabhängig reines Forschungsprojekts.
00:18:31: Es geht vor allem um diese Orale-Grebstherapie und wir haben einen Bereich für Patienten und Angehörige wo man dann auch in unserer Infothek zum Beispiel sich über Podcasts informieren kann oder welche Apps es auf Rezept gibt Und da können die Patienten sich dann ganz allgemein auch über orale Krebstherapie informieren.
00:18:54: Auch Merkblätter herunterladen, wenn man Probleme hat beim Schlucken sind da ein paar Tipps mit drauf.
00:19:00: wie muss ich zu Hause damit umgehen?
00:19:03: und es gibt auch Merkblade dazu einzelne Nebenwirkungen.
00:19:07: Da kann ich dann schauen was ich gerade für Beschwerden habe zum Beispiel Durchfall Kann ich auch hier schauen Übelkeit unterbrechen kann mich hier ein bisschen informieren oder mir auch einen Merkblatt dazu ausdrucken.
00:19:19: Sehr cool!
00:19:19: Und ich nehme mal an, es ist ja dann nicht nur auf Tablettentherapien umliegbar sondern... Ja
00:19:28: Die meisten Therapien die wir sehen oder es gibt doch immer mehr die Tendenz hin zu Kombis also eine intravenöse Therapie in Kombi mit einer oralen Therapie und dafür sind die Sachen genauso anwendbar.
00:19:39: Die Empfehlungen sind auch im Endeffekt gleich.
00:19:41: was man dann macht bei den Nebenwirkungen
00:19:46: Cool, super hilfreich.
00:19:47: Vielen vielen Dank und herzlichen Dank auch für das Gespräch und die wertvollen Infos.
00:19:54: Danke ich hoffe sie können damit etwas anfangen.
00:19:57: Auf jeden Fall
00:19:58: So.
00:19:58: ein Podcast ist ja doch immer was man nicht jeden Tag so macht Vor allem mit dieser Stimme.
00:20:04: Ich hoffe meine Stimme ist nicht ganz so schrecklich zum Anhören.
00:20:08: Okay,
00:20:09: da geht es uns heute beiden gleich.
00:20:12: Meine Stimme ist ja auch ein bisschen krank als belastet.
00:20:15: Also vielen Dank nochmal!
00:20:17: Sehr gerne hat mich gefreut.
00:20:20: Dr.
00:20:20: Gessner hat mich im Nachgang des Interviews gebeten folgendes für die Podcastfolge zu ergänzen In Deutschland haben Patientinnen Anspruch auf sogenannte pharmazeitische Dienstleistungen in der Apotheke.
00:20:33: Das sind zusätzliche Behandlungen in niedergelassenen Apotheken, die helfen sollen Medikamente sicher und richtig anzuwenden.
00:20:41: Also um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern.
00:20:46: Diese werden von den gesetzlichen Krankenkasten bezahlt.
00:20:49: Eine dieser Leistungen richtet sich an Patientinnen, die orale Krebsmedikamente also Tabletten oder Kapseln einnehmen.
00:20:58: In der Apotheke gibt es hierfür eine ausführliche persönliche Beratung bei der alle eingenommenen Medikamente geprüft werden und du zur richtigen Einnahme- und Anwendung beraten wirst.
00:21:10: Falls du kein Oraleskrebsmedikament einnimmst, sondern eine intravenöse Therapie erhältst oder die Therapie abgeschlossen ist kommt vielleicht eine weitere Apothekendienstleistungenfrage – die ausführliche Medikationsüberprüfung für alle, die fünf oder mehr verordnete Medikamente dauerhaft einnehmen!
00:21:31: Das Stichwort ist hier Polypharmazie, bei der Nebenwirkungen und Wechselwirkung im Fall der Fälle unübersichtlich werden können.
00:21:40: In Österreich werden zwar auch diese Medikationsanalysen angeboten allerdings derzeit nur als Privatleistung – nicht in allen Apotheken!
00:21:48: Eine Liste jener Apothecken die Medikationsanalysen in Österreich durchführen findest du über die Apothekensuche auf der Webseite der österreichischen Apothekerkammer.
00:21:58: Der Link ist in den Schornots.
00:22:00: Wenn du Fragen zu deinen Medikamenten hast, können verschiedene Ansprechpersonen hilfreich sein.
00:22:06: Das behandelnde Team in der Klinik die Hausärztin oder der Hausarzt sowie die Apothekerin und der Apothecker in deiner nahegelegenen Apotheke.
00:22:19: Wenn du den Podcast wichtig findest, unterstütze die Arbeit daran.
00:22:36: Mit deiner Support-Mitgliedschaft hilfst du mir regelmäßig neue Folgen zu produzieren.
00:22:41: Zu jeder neuen Folge bekommst Du ein E-Mail mit Hintergrundinfos.
00:22:45: Außerdem kannst Du auf das ganze Newsletterarchiv zugreifen!
00:22:48: Wenn du dir keine regelmäßige Unterstützung leisten kannst oder willst, freue ich mich auch über einmalige Spenden für den Podcast.
00:22:55: Die Links findest du in Schornholz.
00:22:58: Alles schöne Dir – bis in zwei Wochen.
00:23:13: Inhalte dieses Podcast ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung.
00:23:17: Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team!
Neuer Kommentar