Krebs, aber noch nicht ausgebrochen – Martin und Morbus Waldenström (Gespräch) · Folge 34
Shownotes
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Was macht es mit einem Menschen, wenn eine Krebsdiagnose da ist, aber der Alltag weiterläuft. Keine Therapie, regelmäßige Kontrollen, viel Zeit zum Nachdenken. Martin spricht darüber, wie er mit dieser Ungewissheit lebt. Über Freundschaften, die sich bewähren oder verlieren. Über Arbeit als Stabilität. Über Hobbys, die Ruhe bringen. Und über die Frage, wie viel Wissen hilft und ab wann es belastet.
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Quellen und Links
- Leukämie (DocCheck Flexikon)
- MGUS (Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz) (DocCheck Flexikon)
- Martins Facebook-Gruppe „Spaziergänge in vergangene Zeiten“
- einfach erklärt: Morbus Waldenström (Lymphoplasmozytisches Lymphom) (Kompetenznetz Maligne Lymphome)
- Morbus Waldenström (Lymphoplasmozytisches Lymphom, Immunozytom, MW, Waldenströms Makroglobulinämie) (DocCheck Flexikon)
- medizinische Detailinfos: Morbus Waldenström (onkopedia leitlinien)
- klinische Studien zu Morbus Waldenström bei German Lymphoma Alliance e.V. (GLA) und European Consortium for Waldenström’s Macroglobulinemia (ECWM)
- Selbsthilfegruppe „Männer und Krebs“ Österreichische Krebshilfe Wien
- PTBS, Posttraumatische Belastungsstörung (Gesundheit.gv.at)
- Invaliditätspension und Rehabilitationsgeld (Arbeiterkammer Österreich)
- Behindertenpass (Österreich) (Sozialministeriumservice)
Folgen zum Weiterhören
- Ist Patient Involvement nur ein Mythos? – ein Blick ins BZKF (On tour) · Folge 25
- Was hilft: Aufraffen, gesunder Egoismus und der Blick für Details · Folge 18
- Internet vs. Ärzt:innen – Sichere Infos über Krebs einholen · Folge 11
- Freundschaft mit deinem Körper – Neues Selbstbild bei Krebs? · Folge 4
Dezember-Mitgliedschafts-Challenge
- Let’s talk about money – Wie sich dieser Podcast finanziert (Sonderfolge 1)
- Warum die Community für diesen Podcast essenziell ist (Sonderfolge 2)
- Finanzielle Transparenz und Offenlegung der Kalkulation des Männerkrebs-Podcasts (Blogbeitrag, Website von Alexander Greiner)
Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.
Host, Redaktion, Produktion: Alexander Greiner; Sound Design: Happy House Media, Asta Krejci-Sebesta, Tatjana Lukáš; Musik/Signation: Cool My Bass – BalloonPlanet; Titelsprecher: Stephan Andrejs; Cover: Studio Mana, Romana Reisenberger; Foto: Franzi Kreis
Gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.
Transkript anzeigen
00:00:00: Mein Blutgift hat einen wunderschönen, zärtlichen Namen.
00:00:03: Morbus Waldenström.
00:00:05: Der bricht nicht bei vielen Menschen aus.
00:00:07: Und ich hoffe, dass er auch nicht bei mir jemals ausbricht.
00:00:10: Am Anfang wie Wütend.
00:00:11: Aber je mehr Informationen, ich habe auch gewusst.
00:00:13: Und ich kann auch nichts dagegen tun.
00:00:15: Was soll jetzt dagegen tun?
00:00:16: Die Wissen der Sonne erzähle es nicht.
00:00:17: Also mein Generaldirektor von der Firma erzähle es nicht.
00:00:20: Aber in meinem Bekannten aus Vorenderskreis die wissen es alle.
00:00:23: Die Leute sollen auch wissen, wer ich bin und was mich zu dem gemacht habe, was ich jetzt bin.
00:00:28: Wenn du an Menschen vertrauen kannst und das Vertrauen auch eine Durbe bekommst, dann entwickelt sich, sag ich, für mich eine gute Freundschaft.
00:00:36: Die Kontakte, was ich jetzt habe, habe auf die Kanäme rückhaltlos verlassen und sie sich auf mich auch.
00:00:40: Ich brauche nicht viel Freund, ich brauche gute Freund.
00:00:43: Innere Ruhe finden durch ein Hobby.
00:00:44: Das, was ich früher nicht so gehabt habe, jetzt habe ich ein Hobby, was mich auch ausfüllt.
00:00:49: Das hat sich auch mit dem Krebsabdl verändert.
00:00:50: Ich schaue, was ich essen, was ich trinke.
00:00:53: Viel mehr Bedacht da drauf.
00:00:55: Das ist bei mir auch Lebensqualität.
00:00:57: Und wenn sie nur auf ein Parkbunkerl setzt oder was und kurz nur genießt.
00:01:28: Im Dezember habe ich in zwei Sonderfolgen transparent gemacht, womit ich mein Geld verdiene, warum ich diesen Podcast produziere, wie sich der Podcast finanzieren kann und warum Community-Mitgliedschaften wichtig sind für den nachhaltigen Betrieb des Podcasts.
00:01:43: Wenn du gut und wichtig findest, was du in diesem Podcast hörst, unterstütze die Arbeit daran.
00:01:49: Auch einmalige Spenden helfen sehr.
00:01:50: Den Link findest du in den Show notes.
00:01:53: In diesem Podcast kommen ja verschiedenste Männer zu Wort, die Krebs haben oder hatten, die von den konkreten Auswirkungen der Erkrankung oder der Behandlung betroffen sind oder bei denen die Erkrankungserfahrung schon so lange vorbei ist, dass sie sich zu den langzeitüberlebenden zählen.
00:02:12: Was aber ist, wenn du weißt, dass du Krebs hast, aber die Erkrankung ist noch gar nicht wirklich ausgebrochen.
00:02:18: Du merkst noch keine Auswirkungen, aber in Laboranalysen ist klar, Da schlummert etwas in dir.
00:02:23: Wie ist es, mit solch einer schwelenden Gefahr zu leben?
00:02:26: davon, erzählt mein heutiger Gast, Martin.
00:02:30: Du kennst ihn vielleicht schon aus einigen Folgen.
00:02:32: Das
00:02:32: Gespräch mit Martin habe ich im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im
00:02:40: April, im April, im
00:02:40: April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, im April, Ob es Waldensström ist so selten, dass noch nicht genau erforscht ist, warum exakte Krankheit auftritt.
00:02:57: Jedenfalls hat sie mit genetischen Mutationen der B-Lymphozyten zu tun.
00:03:01: B-Lymphozyten zählen zu den weißen Blutkörperchen und somit zum menschlichen Immunsystem.
00:03:07: Jetzt aber rein ins Gespräch.
00:03:09: Hallo Martin.
00:03:10: Hallo Alexander, grüß dich.
00:03:11: Schön, dass du da bist.
00:03:12: Danke für die Einladung.
00:03:14: Wenn du der aktuellen Phase, in der du im Leben bist, gerade einen Titel geben müsstest, Wie würde dieser Titel lauten?
00:03:21: Aufwärts drängt.
00:03:23: Alles ist schön.
00:03:23: Ja.
00:03:25: Also bei mir läuft es jetzt wirklich sehr gut.
00:03:27: Hier war ein netten Freundeskreis, hier war ein gutes Arbeitsfeld und eine Arbeit, was man auch Spaß macht.
00:03:37: Und die Arbeitskollegen, mit denen verstehe ich mich auch sehr gut.
00:03:41: Also ich habe jetzt da einen Punkt erreicht, wo ich sage, von beruflichen und von privaten her ist alles ideal.
00:03:49: Fast ideal, es kann nie.
00:03:52: Aber es ist schon wunderbar.
00:03:54: Was wird noch fehlen?
00:03:56: Ein Freundin.
00:03:59: Aber das ist bei mir das Problem.
00:04:01: Ich arbeite zwölf Stunden am Tag und das fasst fünf Tage die Woche.
00:04:05: Und das Privatleben ist da fast null.
00:04:09: Und fortgehen, ja.
00:04:12: Ich noch wieder mal auf der Kaffee oder Bier nach der Arbeit.
00:04:16: Da lernt
00:04:17: man halt nicht wirklich, wenn können.
00:04:19: Und dann mit den Kollegen aufs Bier gehen, mit den Kollegen.
00:04:21: Na, das ist mehr meiner Truppe.
00:04:23: Ah,
00:04:23: mehr meiner Truppe.
00:04:23: Ah, okay.
00:04:24: Da haben
00:04:25: wir einen kleinen Aufenthalt zusammen.
00:04:27: Da setzen wir uns nach der Arbeit kurz zusammen.
00:04:28: Ah, okay.
00:04:29: Ja, gottlich.
00:04:30: Das jetzt so ein bisschen.
00:04:31: Dann auch im geschützten Rahmen, da lernt man dann auch nicht keine neue Leute kennen.
00:04:35: Ja, aber aufwärts trennt es natürlich sehr fein und schön zu hören.
00:04:41: Und du bist ja auch hier in diesem Podcast, weil es über Krebs geht.
00:04:46: Jetzt würde mich interessieren, wie bist du damals draufgekommen, dass da etwas nicht passt in deinem Körper?
00:04:53: Das war jetzt vor ungefähr vier Jahren.
00:04:55: Ich würde empfehlen, jeden Mann eine große Voruntersuchung ab dem vierzigsten Lebensjahr zu machen.
00:05:02: Und bei der Blutartnahme, bei der Befundung, hat mir meine Hausärztin gesagt, Martin, ich glaub, du hast like a me.
00:05:11: Was soll ich?
00:05:13: Okay.
00:05:13: Leukämie.
00:05:14: Na, ich weiß, was Leukämie, wie soll die Leukämie haben?
00:05:19: Sie hat mir dann noch geschickt zu einem anderen Blutbild und zu einem Internisten.
00:05:25: Und dort wurde in ersten Verfahren festgestellt, es ist M-Guss.
00:05:29: Das ist auch eine Blutkriebserkrankung, die, wenn sie ausbricht, zum Knochenkrebs führt.
00:05:36: Mit der Diagnose war schon gleich der Schock, weil das ist eine Bluterkrankung, noch kein Krebs.
00:05:43: Ich hab dann aber den Internisten gewechselt und hab gefragt, kennt sie euch mit M-Gussers?
00:05:49: Fängt dann, na, ich leider nicht so, aber ich hab einmal, zweimal im Monat, einen Freund da, einen befreundeten Arzt besser gesagt, der ist Onkologe.
00:05:58: Mhm.
00:05:59: Ja, der Min ausgemacht ... Kripsmediziner.
00:06:01: Kripsmediziner, ja.
00:06:05: Der Min ausgemacht, ich leg ihm die Blutbeform dahin, er nimmt sich, schiebt es sich seitdem, fängt dann mit denen, fange ich nicht gesagt.
00:06:12: Kommen wir uns zu mir, jetzt machen wir ein richtiges onkologisches Blutbild.
00:06:17: Gut, wir machen ein onkologisches Blutbild.
00:06:19: Da wird dazwischen gefragt, wie ist der da gegangen?
00:06:22: Weil das ist ja schon mal sehr wirr irgendwie.
00:06:25: Ich
00:06:25: bin nervös.
00:06:26: Dann auch wochen später Befundbesprechungen vom Blutbild.
00:06:34: Und dann fangen wir an zu sagen, wir sollten Sicherheit schauen, nur um sicherzugehen.
00:06:38: Aber seien Sie ganz beruhigt, Knochenmax, Transplant.
00:06:43: nochmal biopsy machen.
00:06:45: Es ist
00:06:45: ein Probenemann.
00:06:46: Ein Probenemann, gesagt, dann wieder eine Woche später.
00:06:50: Und da wird die richtige Krebs-Diagnose bekommen, das ist richtig ausspricht.
00:06:58: Und mein Blutkrebs hat einen wunderschönen zärtlichen Namen, Morbus Waldenström.
00:07:03: Hört sich sehr romantisch irgendwie, so poetisch an.
00:07:08: Hört sich sehr poetisch an, ja.
00:07:10: Aber leider ist er sehr heimtückisch.
00:07:13: Der bricht nicht bei vielen Menschen aus und ich hoffe das auch nicht bei mir jemals ausbricht, weil das ist nämlich eine genetische Veränderung der weißen Blutkörperchen.
00:07:24: Ich habe das immer wieder schon gemerkt, wenn ich mir gar keine Schnittwunden oder was gehabt habe.
00:07:28: Früher ist die Kleife erheilt gewesen, jetzt Blödsinn hat das Wochen Tage gedauert.
00:07:34: Ich habe mir nichts gedacht.
00:07:35: Ich habe mir gedacht, bis dahelb da waren ja Hautreagier anders und so weiter.
00:07:38: Ja, aber das spielt da alles mit zusammen.
00:07:41: Und die Diagnose habe ich bekommen am... ...zweier und zwanzigsten Dezember... ...zweitausendzehnt...
00:07:49: Oh, kurz vor Weihnachten.
00:07:50: Das war ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk im ironischen Sinne gemeint.
00:07:56: Und jetzt darf ich halt alle drei Monate onkologisches Blutbild machen, um zu schauen, ob der nicht ausgebrochen ist.
00:08:04: Und alle sechs Monate einen Internisten, ob das nicht auf die Leber Nieren melzt und so weiter sich anstrahlt.
00:08:14: Das ist mega nervös, glaube ich, das Wort, das du verwendet hast.
00:08:20: Ich stelle mir das wahnsinnig anstrengend vor, über Wochen in diesem mega nervösen Zustand zu sein.
00:08:26: Wie bist du damit umgegangen?
00:08:28: Da muss ich wieder sagen, da habe ich gute Freunde gehabt, die wir uns unterstützt haben, aufgebaut haben.
00:08:32: Wir haben als erstes alle noch gesagt, du hast keinen Krebs, das ist nichts.
00:08:35: Die wollen nur sicher gehen.
00:08:38: Wir haben ein bisschen beruhigt, ganz geschaffen kannst, dass nie werden Menschen.
00:08:42: Aber ich bin ein bisschen runtergekommen.
00:08:44: Und auf jeden Fall, wie dann die Krebs-Diagnose da war, sonst zu mir kommen, weil ich weiß von den Träger, wenn nur mal vierzig Prozent.
00:08:55: Das war in der Früh.
00:08:57: Und bis am Abend, bis ich laufen gegangen bin, war alles im Nebel.
00:09:00: So ziemlich.
00:09:01: Aber jetzt, wie gesagt, auch für jetzt Trend.
00:09:06: Das gesagt, die Freunde haben da da Kolfen ja an Rückhalt gegeben.
00:09:08: Das heißt, du hast auch gleich mit vielen oder mit engen Kontakten drüber gesprochen?
00:09:13: Ja, mit zwei am Anfang.
00:09:15: Und dann habe ich es auch in meiner damaligen Firma bekanntgekommen.
00:09:20: Dort habe ich auch Rückentwicklung und Stärkung bekommen.
00:09:23: Mhm,
00:09:25: voll gut.
00:09:27: Ja.
00:09:27: Ich hab schon gehört von anderen Leuten, du hast Krebs, mit dir wollen wir jetzt nichts zu tun haben.
00:09:31: Aber zum Glück war das bei mir nicht so.
00:09:33: Okay, wirklich?
00:09:33: Ja.
00:09:35: Aber da sind dann keine Freunde, von denen kann man sich ruhig trennen.
00:09:39: Ist aber wahrscheinlich auch schwierig, wenn's vielleicht wenig Kontakte hast und dann, so willst du von denen vielleicht auch noch trennen?
00:09:49: Die Kontakte, was ich jetzt hab, hab auf die Kanäle rückhaltlos verlassen.
00:09:52: Und sie sich auf mich auch.
00:09:54: Ich brauche nicht viel Freund.
00:09:56: Ich brauche gute Freund.
00:09:58: Ich brauche Freunde, die was hinter dir stecken, dann mal auf die Schulter gelaufen und sagen, das wird schon, das kriegen wir hin und so weiter.
00:10:05: Und nicht Leute, die was dann blöd hinter dir reden.
00:10:09: Was würdest du sagen, wie kommt es dazu, dass sie eine gute Freundschaft entwickelt?
00:10:15: Das Vertrauen.
00:10:17: Wenn du an Menschen vertrauen kannst und das Vertrauen auch Ritur bekommst.
00:10:23: dann entwickelt sich, sage ich, für mich eine gute Freundschaft.
00:10:27: Da geht es nicht um Geld, da geht es nicht um Sachleistungen, da geht es wirklich um... Da raufst du im Train dafür und wenn geht es nicht gut, kann man kurz reden.
00:10:37: Und wenn es das beim Menschen heißt, dann ist er eine gute Freund, eine sehr gute Freundin.
00:10:43: Das heißt, du redest, wenn es wieder kurz vor dem Blutbefund steht, vor der Blutabnahme oder vor der internistischen Untersuchung, redest du auch dann mit deinen Freunden drüber?
00:10:52: Ja, ich sage Ihnen schon, du jetzt hab ich einen... einer Woche mit der Blut und in vierzehn Tagen dann wieder Befür-Hund-Besprechung.
00:11:00: rufen wir nachher an, sagen wir mal was rauskommt.
00:11:04: Und das ist, was ich an meinen Freunden so liebe.
00:11:07: Ja voll gut, ich gratuliere dir.
00:11:09: Danke dir.
00:11:10: Hast du das Gefühl, dass sie Männer schwerer tun über Krebs zu sprechen als Frauen?
00:11:16: Ich aus meiner Warte her nicht, weil ich war immer schon ein bisschen ein extravitierterer Mensch.
00:11:23: Und mir ist nicht schwer gefallen.
00:11:26: Die Wissen der Sonne erzählt es nicht.
00:11:28: Also mein Generaldirektor von der Firma erzählt es nicht.
00:11:30: Dem braucht es auch nicht interessieren.
00:11:33: Aber in meinem Bekannten aus Vorenderskreis die wissen es alle und ich habe kein Problem damit umzugehen.
00:11:39: Die Leute sollen auch wissen, wer ich bin und was mich zu dem gemacht habe, was ich jetzt bin.
00:11:46: Weil ich habe in den letzten eineinhalb Jahre natürlich auch eine seelische Wandlung gemacht.
00:11:54: Und ich bin innerlich anders jetzt.
00:11:58: Ich sage mal, ich bin ruhiger, ich bin gelassener.
00:12:01: Ich kann nicht so schwer was erschüttern, weil ich eben schon atliffe Warte gekriegt habe.
00:12:10: Und wenn ich jetzt die Blutabnahmen geh, ich bin auch nicht mehr so nervös.
00:12:15: Ganz am Anfang, ja, du hast nicht gewusst, was ist, was passiert jetzt?
00:12:19: Wieso?
00:12:20: Das waren so viele Fragen, die wir da durch den Kopf gehen.
00:12:23: Dann hast du ins Internet, recherchierst einmal, was das für eine Krankheit ist.
00:12:27: Dann rätst du mit der Hausärztin, dann rätst du mit den Internisten und so weiter.
00:12:31: Und dann sind auch viele Fragen beantwortet gewesen.
00:12:33: Das heißt, du hast auch sehr viel Infos
00:12:35: einkohlt von verschiedenen
00:12:37: Ärztinnen?
00:12:38: Ja.
00:12:39: Wie gesagt, habe ich Internetrecherche gemacht.
00:12:42: Wie gesagt, wenn ein Ausbruch dieses bei einem Prozent von den Erkrankten.
00:12:49: Ja.
00:12:50: Und ich bin guter Hoffnung, dass ich zu denen als seit neunzig Prozent gehört.
00:12:54: Ich glaube auch, das ist eine Theorie von mir, dass wenn du fröhlich und glücklich durch Leben gehst, dass du andere Abwehrstoffe hast und dass den Krebs ein bisschen anders bekämpft, als wenn du traurig bist, so hast du ja auch Schwierst und so weiter.
00:13:12: Ja, ich glaube, es fällt auf jeden Fall, wenn es zu einer weiteren Diagnose kommen würde, zu einer Ausbruch der Krankheit, Falls du wahrscheinlich trotzdem
00:13:20: leichter
00:13:20: das anzunehmen und zu akzeptieren und damit umzugehen ist, wenn du jetzt negativ eingestellt bist.
00:13:26: An dieser Stelle eine Einordnung.
00:13:29: Martins Anmerkung greift ein altes Narrativ auf, das Psyche und Krebs eng miteinander verknüpft.
00:13:35: Die Vorstellung eines sogenannten Krebspersönlichkeit stammt aus dem vergangenen Jahrhundert und gilt heute als wissenschaftlich nicht belegt.
00:13:43: Große Studien zeigen keinen verlässlichen Zusammenhang zwischen bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und der Entstehung von Krebs.
00:13:50: Krebs betrifft Menschen mit sehr unterschiedlichen Temperamenten und psychischen Ausgangslagen.
00:13:56: Komplexer ist der zweite Punkt, den Martin anspricht, der Zusammenhang zwischen Immunsystem und Krebs.
00:14:02: Hier wissen wir grundsätzlich viel, denn das Immunsystem spielt bei der Krebsentstehung und beim Krankheitsverlauf eine wichtige Rolle.
00:14:09: Gleichzeitig ist dieses Zusammenspiel hochkomplex und von Krebsart zu Krebsart sehr unterschiedlich.
00:14:16: Stress beeinflusst das Immunsystem,
00:14:18: allerdings
00:14:19: nicht einheitlich.
00:14:20: Kurzfristiger Stress, das kennen wir vom sportlichen Training, kann einzelne Immunreaktionen sogar aktivieren, während anhaltende körperliche oder psychische Belastung mit ungünstigen Veränderungen der Immunregulation verbunden sein kann.
00:14:34: Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ein möglichst stressfreies Leben oder ein positives Denken Krebs verhindert und den Verlauf einer Krebserkrankung zuverlässig verbessert.
00:14:46: Ob und in welchem Ausmaß Stressreduktion dem Immunsystem hilft, Krebszellen besser zu erkennen oder zu kontrollieren, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.
00:14:57: Dafür sind die biologischen Mechanismen zu unterschiedlich, die Messmethoden begrenzt und die einzelnen Krebserkrankungen auf molekularer Ebene zuverschieden.
00:15:07: Und was die Prognose von Morbus Waldens drüben anbelangt, ich habe keine Studien gefunden, die belegen, dass die Krankheit nur in ein Prozent der Fälle fortschreitet.
00:15:16: Zum Abschätzen des weiteren Verlaufs, auch ob gleich behandelt werden muss oder so wie im Fall von Martin erst einmal abgewartet und beobachtet werden kann, werden verschiedenste Faktoren wie Alter und bestimmte Blutwerte erhoben.
00:15:30: Je nach Unter- oder Überschreiten bestimmter Grenzwerte
00:15:33: dieser Faktoren
00:15:34: wird dann ein Risikoprofil gebildet.
00:15:37: Mehr dazu findest du in den Show-Notes.
00:15:40: Also, wenn man die jetzt da, Ende April habe ich wieder die Blut und Anfang Mai habe ich wieder die, wenn es man da jetzt sagt, ja, der Krebs ist ausgesprochen, ich weiß schon, was dann passiert.
00:15:52: Erstens, weil ich will nicht mehr lange leben.
00:15:54: Oh.
00:15:54: Zweitens, wir haben es, also wenn es ausbricht, so drei, vier Monate.
00:15:59: Weil es keine Therapie gibt?
00:16:00: Gibt es keine Therapie.
00:16:01: Es hilft keine Knochenmachs.
00:16:03: Man kann es nur mit einer Chemo probieren.
00:16:06: Probieren ist die Betonung darauf.
00:16:10: Ja, eigentlich einen Nervenschmerzen haben wir dann mehr mal auf ihrem Hälfte am Schlaustern.
00:16:15: Oh, okay.
00:16:17: Ja, bitte, sehr bei den neunundzeig Prozent dabei.
00:16:20: Danke dir, Alexander.
00:16:23: Okay, wow, du hast dir echt schon sehr viel damit beschäftigt, würde ich sagen.
00:16:27: Das ist noch nichts anderes übrig geblieben, weil da möchte ich schon wissen, was passiert da, was ist da los?
00:16:34: Was hat das mit dir gemacht, diese vielen Informationen, das einzuholen und jetzt das zu wissen, dass du dann, falls es wirklich zu einer weiteren Diagnose kommt, nicht lang leben würdest?
00:16:45: Anfang war wütend.
00:16:48: Wieso ich?
00:16:50: Ich glaub, das ist bei jedem Krebspatienten, wenn er Diagnose kriegt.
00:16:52: Warum ich?
00:16:53: Wäre es so grad ich.
00:16:54: Und was hab ich dann?
00:16:59: Aber jetzt verstehe ich.
00:17:01: Jetzt habe ich akzeptiert.
00:17:04: Und die Informationen haben mir geholfen, das Ganze zu akzeptieren.
00:17:08: Kannst
00:17:09: du beschreiben, wie das gangen ist?
00:17:10: Also, was waren die Impulse, die dann geholfen haben, damit umzugehen?
00:17:15: Ich habe dann gewusst, was kommt auf mich zu.
00:17:21: Und, wie gesagt, am Anfang, wie wütend, aber ich habe mir Informationen, ich habe auch gewusst, ich kann nichts dagegen tun, was soll jetzt dagegen tun?
00:17:29: Ich habe es akzeptieren gelernt.
00:17:31: Und die Impulse, die kann ich da gar nicht so richtig sagen.
00:17:35: Das war vielleicht das Wissen und das war vielleicht meine Reinstellung.
00:17:39: Das Leben geht weiter.
00:17:40: Das Leben muss weitergehen.
00:17:43: Ich stelle mir jetzt so, wie du es erzählt hast, auch so vor, dass vielleicht dieses Ungewisse dann ein bisschen konkreter wird und fassbarer.
00:17:51: Genau.
00:17:51: Genau, ja.
00:17:53: Und vor allem, dass vielleicht eben eine potenzielle Zukunft, die hoffentlich nicht eintreten wird, aber die zumindest bekannt ist und dass das vielleicht dann ... Ja, leichter macht es sich darauf hinzustellen, kann das sein?
00:18:07: So ist es.
00:18:09: Weil ihm das akzeptieren schon da ist.
00:18:13: Wenn du jetzt die Diagnose frisch bekommst, glaubt dann, dass du wirklich diesen Krebs und... Wie hast du das jetzt?
00:18:23: Ausgebrochen, dass der Krebs ausgebrochen ist.
00:18:26: Ich glaub, dann haut's dir wirklich von der Taken und dann bist du wirklich unten.
00:18:30: Aber wenn du weißt, der ist noch gutartig und da war ja kein Könnte umschlagen.
00:18:35: Ja, dann ist das eine andere Geschichte.
00:18:38: Wenn von gutartig und bösartig die Rede ist, lohnt sich eine kurze generelle Einordnung.
00:18:45: Gutartig bedeutet, dass zwar eine auffällige Zellveränderung
00:18:48: vorliegt,
00:18:49: diese aber nicht in ein anderes Gewebe einwächst und keine Absiedelung also metastasend bildet.
00:18:56: Das ist noch kein Krebs.
00:18:58: Bösartig meint Krebs im medizinischen Sinn.
00:19:01: Solche Zellen wachsen und kontrolliert, können umliegendes Gewebe schädigen und sich im Körper ausbreiten.
00:19:07: Wenn jetzt jemand sagt, der Befund seit der Zeit noch gutartig ist meist eine Vorstufe gemeint, also eine Veränderung, die beobachtet wird, weil sie sich im Verlauf zu Krebs entwickeln kann.
00:19:18: Aber es noch nicht ist.
00:19:20: In dem Stadion, in dem Martin's Körper sich befindet, wird noch beobachtet und noch nicht behandelt.
00:19:25: Deshalb entsteht der Eindruck, dass es sich um eine gutartige Veränderung handelt.
00:19:30: Und ob es Waldenström ist, aber an sich eine bösartige Erkrankung.
00:19:34: Wie steht es zu der Frage, wie geht es dir?
00:19:39: Ich beantworte Sie bei meinen Freunden, ehrlich und genau, bei Bekannten und gewissen Arbeitskollegen.
00:19:47: Ja, passt dir alles gut?
00:19:49: Ja.
00:19:50: Aber Freunde, denn einer erzählte dann natürlich, der geht zwar psychisch nicht so gut, oder ich habe ja auch andere körperliche Leiden.
00:19:57: Hättet man mal nie wieder weh?
00:19:59: und, äh, ja.
00:20:01: Du bist auch mit einem Walking-Stecken heute gekommen, mit einem Stock?
00:20:05: Ja, brauche ich.
00:20:06: Ich bin leider auch auf fünfzig Prozent körperlich eingeschränkt.
00:20:12: Und ist das durch, das Mal über das Wald?
00:20:15: Nein,
00:20:15: das war ja ein Unfall gehabt,
00:20:17: weil der
00:20:17: Fuß ist kaputt.
00:20:20: Deswegen der Gestock.
00:20:22: Ich brauche ihn nicht unbedingt, aber er gibt mir Sicherheit.
00:20:24: Also wenn er in längere Strecken geht, der Fuß lasst ein bisschen nachher.
00:20:28: Ja voll.
00:20:29: Glaubst du, dass eine andere Frage statt wie geht es dir besser wäre?
00:20:32: oder passt es so mit dem Freunden gegenüber ehrlicher Antworten und anderen gegenüber so Labidah?
00:20:40: Freunde fragen mir genauer.
00:20:42: Sie fahren gar nicht, wie geht es dir?
00:20:44: Oh ja schon, aber... Sie fragt dann auch nach, du hast jetzt wieder die Befundbesprechung gehabt.
00:20:50: Erzähl mal, was genauer, was ist jetzt da?
00:20:54: Wenn jetzt gerade der Martin hat sich noch einen abschubierenden Saft eingeschänkt.
00:20:58: Ja, und ich frage mich schon darauf.
00:21:02: Sie fragt dann auch nach.
00:21:05: Die Frage, wie geht es dir, das ist mehr, wenn ich auch im Leben eine Floske, die was mir gestellt, um eine Kommunikation aufzubauen oder wenn man jetzt Personen hat, ich sag jetzt mal, da ist plötzlich die Weisungssicht.
00:21:21: Wie geht es dir?
00:21:22: Es kommt doch immer auf die Betonung an.
00:21:24: Das laupt die Tare.
00:21:25: Wie geht es dir?
00:21:26: Ja, gut, passt dir.
00:21:29: Aber wenn er jetzt auf Frage kommt, wie geht es da zur Weisungssicht?
00:21:34: Ja, dann ist das eine andere Fragestellung.
00:21:36: Du
00:21:37: hast gesagt, du bist ruhiger und gelassener geworden.
00:21:42: Kannst du das vielleicht noch genauer beschreiben, wie das genau passiert ist?
00:21:49: Wie es genau passiert ist, kann ich da nicht sagen.
00:21:52: Aber ich habe es bemerkt, dass ich... Ich war früher viel hektischer, viel untriebiger.
00:22:02: Meines meiner Hobbys ist fotografieren.
00:22:05: Du bist auch mit der Kamera heute hier?
00:22:06: Ja.
00:22:08: Und auf jeden Fall innere Ruhe finden durch ein Hobby.
00:22:13: Das war, was ich früher nicht so gehabt habe.
00:22:15: Jetzt habe ich ein Hobby, was mich auch ausfüllt.
00:22:18: Ich lese viel über Geschichte.
00:22:20: Schauen wir dann die geschichtlichen Gebäude an, also historische Gebäude, macht dann Fotos.
00:22:27: Ist das dann zufällig jetzt passiert in den letzten vier Jahren?
00:22:30: Oder hast du davor auch schon Fotogrifet und machst du das nur jetzt intensiver?
00:22:35: Ich
00:22:35: mache es jetzt intensiver.
00:22:36: Ich habe immer wieder Fotos von irgendwas gemacht.
00:22:41: Jetzt mache ich es intensiver, genauer, detailreich und so weiter.
00:22:45: Da mache ich eine größere.
00:22:48: leistungsfähigere Kamera.
00:22:51: Was macht es mit dir, wenn du fotografieren gehst?
00:22:55: Ich schaue mir die Details an und freue mich über, wenn es jetzt eine Hausverzierung ist, wie schön Menschen arbeiten konnten oder können.
00:23:04: Ich bewundere dann die Arbeitsleistung und diese Ideenreichtum, was dahinter steckt.
00:23:12: Weil, wenn man sich jetzt zum Beispiel, nur zum Beispiel, mal das Parlament anschaut, wie schön da die Wandverzierungen sind und so weiter oder auch innen.
00:23:23: Das macht mich glücklich, das macht mich froh, dass wir in einer Stadt wohnen, wo wir wirklich so schöne historische Gebäude haben.
00:23:30: Das heißt, du fotografierst hauptsächlich Architektur?
00:23:33: Architektur, ja.
00:23:34: Ja.
00:23:35: So um die Jahrhundertwende, so um achtzehn, sieben und achtzig, achtzehn, neun und achtzig, neunzehn, fünf.
00:23:45: Bis, sage ich einmal, nineteen vierzehn und was danach ist seltener.
00:23:52: Das muss man wirklich dann an Reiz geben.
00:23:55: Also die klassischen Gemeinde bauten das Fotografier ich nicht.
00:23:59: Obwohl es da auch einige schöne gibt.
00:24:00: Ich
00:24:01: weiß es.
00:24:01: Auch mit schönen Wand, also Verzierungen vielleicht nicht gerade, aber so Figuren sieht man oft auf den Wänden.
00:24:08: Ja.
00:24:09: Da mache ich dann hier auch Fotos.
00:24:10: Aber ich fotografiere nicht das ganze Gebäude, sondern ich fotografiere nur die Details.
00:24:17: Welche anderen Hobbys hast du noch?
00:24:20: Lesen.
00:24:22: Ich lese gerne über Geschichte.
00:24:24: Habe jetzt ein Abo von einem wirklich guten Magazin, wo verschiedene Themen angesprochen werden.
00:24:30: Ist auch Architektur oder Kaiserzeit.
00:24:33: oder dreißigjähriger Krieg und solche Geschichten.
00:24:36: Was dann in Wien und Österreich passiert ist, historische Persönlichkeiten, die sich hervorgetan haben und so weiter.
00:24:46: Um dann auch noch mal die Architektur in einem anderen Blickwinkel zu sehen?
00:24:52: Also Architektur selber lese ich nicht.
00:24:54: Wenn ich jetzt aber zum Beispiel lese, Karl der Große, das Beispiel meint, ging in die Hofburg in diesem und diesem Trakt.
00:25:02: Da sind das jetzt mit einem Schauber, dann gehe ich hin, schaue mal an und stimme vor, wie er reingegangen ist.
00:25:06: Ein bisschen ein fantasievolles Denken ist dann auch dabei.
00:25:14: Weil dann schalte ich kurz das Hirn ab, in Hintergrund Pferde geklappt, kutschen und sehe dann Leute aus der Biedermeierzeit oder aus dem Altertum Treppenhochstein und so weiter.
00:25:30: Glaubst du, dass diese Fantasierreisen, die sehr alltäglichen Fantasierreisen während du dem Hobby nachgehst, auch irgendwie dich nochmal gelassener machen?
00:25:37: Ja.
00:25:38: Ja.
00:25:40: Schon.
00:25:41: Weil, eben da schaltet mein Hirn aus, ich tue nicht auf die Arbeit denken, ich tue nicht auf den Krebs denken, sondern konzentriere mich auf diesen Moment jetzt.
00:25:52: Schön.
00:25:53: Danke.
00:25:55: Weil du jetzt Moment angesprochen hast auf diesen Moment.
00:25:58: Welche Momente sind dir besonders wichtig?
00:26:01: Welche Momente sind mir besonders wichtig?
00:26:04: Wo Menschen lachen, wo Menschen glücklich sind und wo sich Menschen in Frieden und Harmonie begegnen.
00:26:13: Und die ganze Streitereien und so weiter, das macht mich dann eher unharmonischer.
00:26:20: Aber dieser Moment ist dann einfach glücklich sein.
00:26:26: Also wo auch du lauchst und mit deinen Freunden lauchst?
00:26:30: Aber was jetzt die Fantasiewelt betrifft, das ist an dem Moment, das macht mich dann ein bisschen glücklich, das macht mich dann zurückdenken, wie könnte das gewesen sein?
00:26:39: und so weiter.
00:26:41: Du hast vorhin auch gesagt, dass dich dein Umfeld aufgebaut, motiviert hat, wie du die Krebsignose bekommen hast.
00:26:48: Gab's
00:26:48: auch irgendwie
00:26:49: negative Reaktionen?
00:26:50: Ja, zwei.
00:26:51: Okay.
00:26:52: Aber von dem Besonderen habe ich mich getrennt, weil sie mich runtergezogen haben.
00:26:57: Was
00:26:57: haben die gesagt?
00:26:59: Ja, Krebs, wie kann man den Krebs kriegen?
00:27:00: Das ist so möglich, das kann es nicht sein, soweit.
00:27:04: Ja, einfach kein Verständnis für ... Komplett
00:27:08: ignoriert.
00:27:08: Ja.
00:27:09: Okay.
00:27:11: Es waren zwei.
00:27:13: Und von denen habe ich mich halt getrennt, weil ... ... negative Einstellung ... ... brauche ich in dieser Situation nicht.
00:27:20: Wie ging's dir damit?
00:27:21: Das ist sicher auch nicht schwieriger.
00:27:23: Sicher auch nicht leicht, das Mädchen.
00:27:24: Nein,
00:27:24: es war schon schlimm für mich.
00:27:26: weil ich diese besonderen doch langerer Zeit kannte.
00:27:30: Aber was mir nicht gut tut, das kommt weg von mir.
00:27:36: Hast du das dann
00:27:37: gleich gemerkt,
00:27:38: dass das nicht gut tut oder dass das ein bisschen dauert?
00:27:39: Nein,
00:27:40: das hat dann ein bisschen dauert.
00:27:42: Aber wie ich es dann innerlich bemerkt habe, das tut man nicht gut mit den Leuten.
00:27:47: Habe ich mich verabschiedet von ihnen.
00:27:50: Dafür fragen, wie hast du es gemerkt?
00:27:53: Indem ich mich in ihrer Gegenwart nicht wohlgefühlt habe.
00:27:57: komische Blicke und komische Aussagen.
00:28:02: Das ist man dann bewusst daran und das brauche ich mein Leben nicht.
00:28:06: Ich weiss Streit.
00:28:08: Gibt es immer, gibt es überall.
00:28:09: Aber wenn man dann merkt, das dauert an, das geht nicht weg.
00:28:16: Solltest du die Freundschaft auslaufen lassen?
00:28:17: oder hast du echt gesagt, ich will mit dir keinen Kontakt mehr?
00:28:20: Auslaufen
00:28:20: lassen.
00:28:23: Kontakte immer weniger werden lassen.
00:28:24: Sonst weiter bis auf den Nullpunkt.
00:28:28: Gab es damals Irritationen vom Gegenüber?
00:28:30: Eigentlich nicht.
00:28:31: Okay.
00:28:33: Spannend.
00:28:33: Ja.
00:28:34: Ja, dann war es keine richtige Freundschaft.
00:28:38: Dann war es nur, ja, geben wir was unternehmen und ausbeziehen.
00:28:43: Aber dann ist vielleicht eine so schlecht, so eine Beziehung dann zu beenden, so eine freundschaftliche Beziehung?
00:28:49: Eben,
00:28:49: ja.
00:28:50: Du hast jetzt ein bisschen was angesprochen, was die auch gesagt haben.
00:28:53: Glaubst du, irgendwelche schrägen Begriffe oder unheimlich blöden Sager, die dir noch einfallen, die damals gekommen sind?
00:29:00: Nein, blöde Sager, das eigentlich nicht.
00:29:05: Aber das war halt so, wie kann man nur Krebs haben, das geht nicht an und auch auch unverständlich, sondern ein Erklärster sehen an und die verstehen es noch immer nicht.
00:29:12: Und ja, das ist eine negative Einstellung wie inner, inner in der Person.
00:29:18: Und was so Blöde sage, habe ich nicht gehört.
00:29:22: Das hätte man nicht gefallen lassen.
00:29:24: Ja.
00:29:24: Du hast vorhin gesagt, du hast ja auch im Internet über den Krebs informiert.
00:29:28: Wie bist du da vorgegangen?
00:29:30: Ich habe eine Google-Recherche gemacht.
00:29:31: Ich habe ihm Morbus Wallenchenström eingegeben.
00:29:35: Da haben wir dann Ausdruck gemacht von den Seiten.
00:29:39: Da haben wir die durchgesen und dann habe ich die Ärzte gefragt.
00:29:42: Also eine normale Google-Service-Suche.
00:29:43: Ich bin dann auf eine Ärzteplattform gekommen.
00:29:48: wo es noch detailliertler gestanden ist und so weiter.
00:29:50: Das
00:29:50: heißt, du hast schon darauf geschaut, dass die Infos, die du durchholst, legitime offizielle Infos sind, dass die vielleicht auch medizinisch sind?
00:29:58: Genau,
00:29:58: ja.
00:29:59: Also irgendwelche wische Wasche-Seiten bei Google, Wikipedia, das ist eine wunderbare Plattform, aber das ist halt keine medizinische Plattform in den Sinne.
00:30:13: Ja, um einen Überblick zu bekommen, das ist gut.
00:30:17: Aber dann muss man schon tief in der Recherche gehen.
00:30:20: Hast du da schon Erfahrung mit so Internetrecherchen?
00:30:22: oder wieso wusstest du das?
00:30:24: Ich
00:30:24: habe schon Erfahrungen von meinem Berufsleben.
00:30:28: Da braucht man immer wieder Sachen und da schaut man nach und informiert sich dann detaillierter.
00:30:35: Das sind meistens technische Sachen, weil ich jetzt in einem Objekt arbeite, in einer Bewachung.
00:30:42: Also ich bin eine Sicherheitsfirma.
00:30:47: In der Nacht zum Beispiel, wie kann man das jetzt gleich selber beheben, dass da schon all den Stranker man muss und so weiter.
00:30:55: Solche Kleinigkeiten werden immer wieder recherchiert von mir auch.
00:31:00: Wie geht es dir damit, wenn jemand vom Kampf gegen den Krebs
00:31:04: spricht?
00:31:06: Find ich gut.
00:31:08: Der Krebs gehört bekämpft.
00:31:13: Es ist für mich keine negative Association, sondern eher was Positives, weil ... Der Krebs ist im Prinzip ein kleiner Fan.
00:31:23: Der gehört weg, der gehört ausradiert, der gehört ausgemerzt.
00:31:28: Aber es sind letztendlich trotzdem körperigene Zellen.
00:31:31: So ist es.
00:31:32: Aber es sind kranke Zellen, es sind Zellen, die dir nicht gut tun.
00:31:37: Und darum sage ich auch, Kampf gegen den Krebs finde ich nicht negativ belastet, sondern fast schon positiv.
00:31:47: Ich antizipiere jetzt, sollte irgendwann mal, hoffentlich nicht, aber sollte es doch passieren, dass eine weitere Diagnose kommt, dass der Krebs ausgebrochen ist.
00:31:56: Tempfe.
00:31:56: Tempfe.
00:31:58: Ja.
00:31:58: Tempfe einfach.
00:31:59: Ich will mir dann schon psychologischer Hilfe erholen, aber dann fängt der Kampf erst richtig an.
00:32:05: Und wenn ich ihn verlier, verlier ich ihn.
00:32:07: Wenn ich ihn gewinne, bin ich stolz.
00:32:08: Cool.
00:32:10: Das heißt, jetzt hast du noch keine oder nicht keine mehr, keine psychologische Hilfe?
00:32:15: Ganz am Anfang habe ich eh dreimal mit einer Psychologin gesprochen, telefonisch, das hat nichts gekostet.
00:32:23: Ist mir über die Krebshilfe vermittelt worden.
00:32:27: Und auf jeden Fall nach dem dritten Telefonat hat sich mein Herr Martin, ich merke, sie sind stabil, sie brauchen mir höfeneut, aber werden sie dann wieder was essen.
00:32:38: Ja, voll gut.
00:32:42: Über welchen Zeitraum ist das gegangen?
00:32:43: Du hast gesagt, dreimal habt ihr telefoniert.
00:32:45: Drei Wochen.
00:32:46: Über drei Wochen?
00:32:47: Ja.
00:32:48: Wow.
00:32:48: Ja, weil ich habe gesagt, ich werde kämpfen, ich werde mich nicht untergehen lassen, ich werde jetzt in den Depressionen verfallen und eben meine Freunde sind hinter mir und so weiter.
00:33:00: und das habe ich gefallen.
00:33:01: und er hat gesagt, ja weiter so.
00:33:04: Schön.
00:33:04: Ja, und habe ich auch durchgezogen.
00:33:06: Und das war dann kurz nach der Diagnose vom Wald ins Träumen?
00:33:11: Das war nach der Diagnose vom Agenström,
00:33:13: ja.
00:33:14: Da habe ich dann im Krebshilfe-Zentrum angerufen.
00:33:19: Und was kann man da jetzt tun?
00:33:21: Und die haben auch Nummer geben.
00:33:22: Ich weiß nicht mehr, wie der Verein heißt.
00:33:24: Und die da werden wir kaufen dann im Delfernt.
00:33:28: Was bedeutet
00:33:29: Männlichkeit
00:33:29: für dich?
00:33:31: Was bedeutet Männlichkeit für mich?
00:33:33: Das ist jetzt nicht nur eine körperliche Sache, sondern Männlichkeit bedeutet für mich... Ein Mann, ein Wort, wie es so schön heißt, hinter dem stehen, was man sagt, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und die Schwächeren schützen.
00:33:50: Das ist für mich Männlichkeit.
00:33:51: Das hat jetzt nichts mit Sexualität zu tun, sondern es hat rein mit inneren Einstellungen zu tun.
00:33:59: Ich mag zum Beispiel keine Männer, weil sie mir schwach vorkommen, die was Kinder und Frauen schlagen.
00:34:04: Das ist für mich keine Männlichkeit.
00:34:06: Das ist für mich, du brauchst Hilfe.
00:34:10: Du kannst dir nicht mit Worten durchsetzen, du musst Gewalt greifen.
00:34:17: Und das sind für mich keine Männer.
00:34:19: Das sind für mich arme kranke Persönlichkeiten.
00:34:25: Es gibt schon Männer, die, wie ich es vorhin gesagt habe, meinen Wort zu ihren Aussagen und so weiter stehen.
00:34:32: Auch viele einen gestehen können und so weiter.
00:34:36: Hat sich diese Definition von Männlichkeit so, wie du es jetzt erzählt hast, hat sich die über die Zeit verändert?
00:34:43: bei dir?
00:34:44: Eigentlich nicht.
00:34:45: Okay.
00:34:45: Ich
00:34:46: habe immer schon die Einstellung gehabt.
00:34:49: Nur jetzt hat es sich ein bisschen verfeinert.
00:34:52: Man wird älter mit den Treffer.
00:34:54: Man sieht Dinge nochmal mit anderen Augen.
00:34:57: Die vielleicht vorher nicht so klar waren?
00:34:58: Die vorher nicht so klar waren, genau.
00:35:02: Was würdest du sagen, ist dir aufgefallen, was vorher nicht so deutlich war?
00:35:09: Was vorher nicht so deutlich war.
00:35:12: Ja, das ist die Abneigung gegen die Männer, die zuschlagen.
00:35:16: Die ist jetzt noch deutlicher geworden.
00:35:18: Weil auch gewisse Medienberichte, wenn man dann immer wieder liest, das ist nicht das, was ich unter Männlichkeit verstehe.
00:35:27: Also du sprichst die Femizide an?
00:35:29: Ich spreche die Femizide an, ja.
00:35:31: Ich spreche die Messartakten an.
00:35:34: Das ist für mich keine Männlichkeit, das ist für mich ... Irrsinn, ja.
00:35:38: Und da sage ich, die Leute brauchen Hilfe.
00:35:40: Dass du das vorhin schon angesprochen hast, sollte die Diagnose kommen, dass der Krebs ausbricht.
00:35:46: Dann wirst du wahrscheinlich, wenn, muss man immer schauen, es gibt ja auch Krebsforschung und medizinische Forschung, vielleicht, wenn dann was ausbrechen würde, irgendwann in Zukunft, vielleicht gibt's ja dann auch eine wirksame Therapie.
00:36:00: Aber dann, du würdest ziemlich schnell sterben, glaube ich, wenn die Worte irgendwie so in den letzten
00:36:05: drei, vier Monaten.
00:36:07: Hast du dich damit auch schon beschäftigt mit dem Sterben?
00:36:11: Ich habe mich mit dem Tod beschäftigt.
00:36:14: Aber nicht im religiösen Sinne, sondern so.
00:36:16: Sondern ... ... der Tod ist das falsche Wort.
00:36:22: Ich habe mich mit dem Sterben beschäftigt.
00:36:27: Was könnte da passieren?
00:36:28: Was ist es?
00:36:30: Und wenn der Tod eintritt, du kannst das sowieso nicht verhindern.
00:36:34: Nur ... Kannst du dir dein Sterben erleichtern mit Medikamenten, mit Hilfe?
00:36:40: Oder musst du qualvoll durchgehen?
00:36:44: Ja, das habe ich zu diesem Gedanken mit mir beschäftigt.
00:36:49: Und hast du da auch schon irgendwas vorbereitet?
00:36:51: Nein,
00:36:52: weil ich den Krebs bekämpfe.
00:36:57: Nein, im Zweiten ist eine Frage, weil du mir sehr strukturiert und organisiert vorkommst und dann dachte ich, okay, dann hast du für den Fall auch schon vorgesorgt.
00:37:05: Nein,
00:37:06: weil ich den Gräbesbekämpf, wenn ich dann in den Eintracht bin, dann sage ich vor.
00:37:10: Okay,
00:37:12: fine.
00:37:14: Wie sagst du dafür, dass deine Lebensqualität hoch ist?
00:37:18: Wie sage ich dafür, dass meine Lebensqualität hoch ist?
00:37:24: Also erstens einmal ein gutes Gehalt habe ich.
00:37:26: von denen ich leben kann.
00:37:29: Und das hat sich auch mein Krebs ein bisschen verändert.
00:37:33: Ich schaue, was ich essen, was ich trinke.
00:37:36: Viel mehr Bedacht da drauf.
00:37:38: Und das ist bei mir auch Lebensqualität.
00:37:41: Also, früher fastfood und so weiter, heute hier, sage ich mal, Schnitzel oder Agulia und so weiter.
00:37:49: Das hat sich auch verändert ein bisschen.
00:37:51: Das Leben mehr ausschmeckt mir ein bisschen.
00:37:55: Und die Lebensqualität gehört auch dazu.
00:38:00: Das sind so kleineigkeiten, wie z.B.
00:38:03: ein Kristallgasel oder was man gefällt.
00:38:06: Das besorgen wir und stellen uns in der Wohnung auf.
00:38:08: Und ja, das gehört zu mir dazu.
00:38:13: Und kocht du dir auch selbst oder gehst du dann essen?
00:38:15: Ich geh essen, wenn dann bei mir wissen wir es.
00:38:19: Bei mir.
00:38:20: Ich kann nicht kochen.
00:38:25: Das ist eine der Fähigkeiten, die ich nicht besitze.
00:38:29: Ja, wenn dann gehe ich essen.
00:38:31: Ja, bei einem zwölf Stunden Tag, was ich hab, ist ich meistens nicht so, da wird ich meistens nur Wurst zusammen gegessen und am Abend noch geschmien.
00:38:40: Aber wenn ich dann die Zeit hab, dann gehe ich essen, dann lass ich's mal schmecken.
00:38:44: Mhm,
00:38:45: voll gut.
00:38:48: Betreibst du auch Sport?
00:38:49: Geht leider nicht mehr, dass ich körperlich eingeschränkt bin.
00:38:52: Geht das leider nicht mehr.
00:38:54: Fühlt man ein bisschen, aber, wie gesagt, der linke Fuß führte
00:38:57: nicht.
00:38:57: Hast du früher recht spartlich,
00:38:59: oder?
00:38:59: Joggen gingen und ein bisschen Wollepalt, Basketball gespielt, mobimäßig.
00:39:05: Und das geht leider nicht mehr.
00:39:08: Fühlt man, aber es ist akzeptiert.
00:39:15: Wahrscheinlich denken wir irgendwie Physiotherapie oder so, wirst du vielleicht... Marie,
00:39:18: Marie,
00:39:19: ja.
00:39:20: So alle haben ja auch Physiotherapie mit Massagen und so weiter.
00:39:25: Das ist dabei, aber das ist nicht Sport in den Sinn, das sind Bewegungen, Muskeln entspannen und so weiter.
00:39:32: Da gehört auch dazu, dass es nicht so physisch ist, sondern so ein Wohlfühl des Lebens hin und wieder mal nach Oberlein, die Tärmheit ins Thermalwasser legen und die Muskeln durchwecken lassen.
00:39:46: Weil der Alltag kann dich schon verkrampfen hin und wieder, wenn du Stress hast und so weiter in der Arbeit.
00:39:53: Wie oft bist du dann in der Tärmung?
00:39:55: Ein, zwei Mal im Jahr.
00:39:56: Aber dann genieße ich, dann bin ich meistens am Tag um.
00:40:01: Mit denen ich auch essen gehen und so weiter.
00:40:06: Wenn du mal irgendwie schlechtere Laune hast, so eine depressive Verstimmung oder so, kommt das vor?
00:40:13: Kommt vor, weil ich vor zwei Jahren, aber das hat jetzt nichts mit dem Krebs zum tun, sondern in der Arbeit so ein Stress hatte, dass ich ein sieben- moniges Beinart hatte.
00:40:25: Oh, das auch noch.
00:40:26: Und auf jeden Fall, da habe ich dann auch wieder kurze psychologische Hilfe bekommen, also Notfallhilfe, weil ich mich komplett gestresst war.
00:40:37: Und ich nehme jetzt in der Früh, das ist ein ganz ergreitinger Menge, Psychopharmaker, dass die Depressionen nicht und die Angst-Auscheinungen nicht zurückkommen, die was eben vom Bönnert waren.
00:40:54: Das war die Zeit.
00:40:55: Corona lockt an, keiner hat sie ausgehängt, jeder wollte, wollte, aber keiner hat eine Lösung und keinen Plan gehabt.
00:41:02: und irgendwann war es dann aus.
00:41:04: Dann habe ich gesagt, also mein Gehirn sagt aus.
00:41:07: Ich bin zu Hause jetzt, der hat mir dann gleich mal in den Krankenstein geschrieben und zu einer Psychiatrin, zu einer Psychologin vermittelt und dort war ich ein halbes, die sechs Monate immer wieder.
00:41:25: Ich bin wieder stabil, aber ich brauche halt die Medikamente in der Früh.
00:41:31: Und gibt es sonst irgendwas, was du machst, um dich in gute Laune zu bringen?
00:41:36: Sonne genießen zum Beispiel.
00:41:38: Jetzt ist sie ja endlich wieder da.
00:41:40: Die dunklen Tage sind vorbei.
00:41:43: Die Tage werden auch wieder länger.
00:41:46: Das ist auch so herrlich.
00:41:48: Das finde ich also toll.
00:41:49: Ich bin so begeistert, dass wieder am Abend länger hell ist.
00:41:53: Wunderbar.
00:41:54: Wie gesagt, ich habe jetzt von sieben bis neunzehn Uhr in die Arbeit.
00:41:57: Es ist dunkel.
00:41:59: Jetzt kommst du aus der Arbeit, es ist dunkel.
00:42:00: Jetzt hast du von kurz nach ein, zwei Stunden.
00:42:03: Wird dann eh noch länger werden, aber du hast noch was von der Sonne.
00:42:08: Und wenn sie nur auf der Parkbank ersetzt, oder was?
00:42:10: Und kurz noch genießt.
00:42:13: Das heißt, du sitzt dann auch öfters im Park,
00:42:15: nutzt
00:42:15: die nächste Gelegenheit quasi, um im Naturraum zu sein?
00:42:20: Irgendwie haben bei uns einen Innenhof, das ist jetzt in der Turpur, da stehen ein paar Bäume, ein paar Streicher, aber da kenne ich auch viele Leute, dann tratschen wir wieder und so weiter.
00:42:31: Also dort, wo du wohnst oder bei der
00:42:33: Reise?
00:42:33: Dort, wo ich wohne.
00:42:34: Und die Kinder freien sich.
00:42:37: jedes Mal, wenn sie mich sehen, Martin, Martin, Martin, ich muss dir was erzählen.
00:42:41: Das sind so fünf, sechs jährige Knirpse, ja, die freien
00:42:45: sich.
00:42:47: Dann spielst du mit deiner Kurzhause oder selbst in einer Märchen, lass da in der Märchen der Geschichte einfach, oh, darf ich jetzt weiter erzählen?
00:42:55: Das Kinder und die Eltern freuen sich auch, dass wir zehn Minuten von den Kindern Uhr
00:43:03: haben.
00:43:03: Und da hast du wieder Menschen, die lachen um dich.
00:43:05: Ja, wieder Menschen, die lachen um mich.
00:43:08: Weil Kinderlachen, das kann da vieles nehmen.
00:43:13: Das Kinderlachen ist das ehrlichste und das schönste und das reinste auf der Welt.
00:43:17: Wie stehst du zu Humor?
00:43:19: Ich bin eher in der Richtung Montebreiten unterwegs, ein tiefer englischer
00:43:25: Humor.
00:43:25: Schwarzer
00:43:25: Humor.
00:43:29: Meine Witze sind zeitwillig nicht ganz astrein, aber das wissen die Leute, die was wir kennen.
00:43:37: Das sind so Jokes, die was ich halt mache.
00:43:40: Das sind keine Witze Erzählungen, sondern das ist ein ganz witzchen.
00:43:46: Da schau'n's mich erst mal, wenn ich dann, das ist jetzt ernst, dann seh' ich schon, wie man kringt, dann macht den nicht schon wieder, dass mir reingekriegt.
00:43:55: Das heißt, du hast über den Krebs dann auch schon Witze gemacht?
00:43:57: Ja.
00:43:58: Ja.
00:44:00: Aber ich kann mich nicht mehr redan, weil das waren irgendwelche ironisch meinte Sachen.
00:44:08: Das macht auch nichts, wenn jemand andere jetzt über Krebswitze macht.
00:44:12: Na,
00:44:13: wenn du einen guten Krebswitz kennst, sag's euch.
00:44:17: Ja, da scheiden sich ja auch die Geister auch so mit dieser Frage Kampf gegen den Krebs.
00:44:22: Ich bin zum Beispiel kein Freund der Kampfmetapher, aber für viele, so wie du jetzt auch sagst, für viele ist es wichtig, vom Kampf gegen den Krebs zu sprechen.
00:44:33: Du hast gesagt, du hast das in der
00:44:35: Arbeit erzählt,
00:44:36: die Diagnose, dass sie nur irgendwie ausgewirkt auf das Berufsleben.
00:44:40: Nein, gar nicht.
00:44:41: Die Leute haben es alle zur Kenntnis genommen, die Leute haben gewusst, dass sie alle drei Monate Sondern für einen Tag in Spitalmus, also die ganzen Tage, aber ich brauch den Tag frei, ist alles wunderbar gelaufen.
00:44:53: Viele Leute, komm her Martin, nein nicht du.
00:44:57: Ja, klar umarmt und ja, die haben dann, das haben wir dann gestanden und haben ein bisschen gewarnt.
00:45:07: Und dann ist die Arbeit normal weitergegangen.
00:45:10: Das habe ich schon in meiner Lehre gelernt bekommen, das Privatlein bleibt draußen.
00:45:16: Man kann es auch darüber reden, aber private Sorgen und Ängste sollten im Dienst so gut wie möglich nicht, bevor der Grund sein soll, dann das berufliche Feld.
00:45:26: Weil es dann die Arbeit beeinträchtigt?
00:45:28: Weil
00:45:28: es die Arbeit beeinträchtigen kann natürlich.
00:45:30: Und wie gesagt, ich arbeite in der Sicherheitsbranche jetzt schon seit zwanzig Jahren und dann musst du wach bleiben, du musst der Lame eroieren können und so weiter.
00:45:40: Und wenn sie da runterziehen lassen von irgendwas, magst Fehler und die können dann Menschenleben kosten oder Millionen Schäden angerichtet sein.
00:45:55: Das stellt mir jetzt unheimlich schwierig vor, wenn keine Ahnung, Ängste oder Sorgen hochkommen oder du an die nächste Untersuchung denkst, dann trotzdem so sagen, na das, jetzt bin ich in der Arbeit und jetzt muss ich mir auf diese Überwachung mit der du gerade zu tun hast konzentrieren, oder fällt dir das leicht?
00:46:13: Das fällt mir leicht, weil ich, wie gesagt, schon in meiner Lehrzeit so gelehrt wurde, erzogen wurde.
00:46:19: Privates lassen wir draußen.
00:46:21: Ja, man redet privat, das ist in jedem Unternehmen so.
00:46:25: Aber wen dann?
00:46:26: was ist, du musst sofort hellwach sein und musst reagieren können.
00:46:31: Also bei mir, ich habe jetzt nicht den klassischen Bürojob, wurde nur am Computer.
00:46:36: Sitz-Tipp-Aktner-Ablege und so weiter, sondern ... ... ja, Videoüberwachung, ... ... ja, Launbehandlungen, ... ... ja, beide Leute, Techniken, Branderlaume, ... ... ja, über die ... ... Brandmelleanlagen und so weiter.
00:46:49: Es ist auch so, ... ... es ist in der Arbeit, wo ich bin, ... ... immer wieder mal so ein bisschen was zum tun.
00:46:54: Du denkst nicht so an ein Krebs oder ... ... an Privates.
00:46:56: Sorge, weil ... ... da leid's jetzt, da muss ich hier ... ...
00:46:59: bist du ständig beschäftigt.
00:47:01: Du bist
00:47:01: ständig beschäftigt.
00:47:05: Wenn du ... Drei Wünsche frei hättest, die dir sofort erfüllt werden würden.
00:47:11: Welche wären das?
00:47:13: Drei Wünsche.
00:47:15: Der erste Wunsch, da geht es nicht um Vöger, aber ein bisschen Schulden habe ich, nach Schulden frei zu sein.
00:47:21: Der zweite Wunsch, der... Es sind alle drei gleichwertige.
00:47:25: Guck mal so was.
00:47:27: In einer liebevollen, guten Beziehung zu sein.
00:47:30: Und der dritte Wunsch wäre nie wieder zum Arbeiten.
00:47:38: Ich wäre jetzt bald einfünfzig.
00:47:40: Wie gesagt, der Körper spielt leider nicht mehr so mit wie bei den Jungen und so weiter.
00:47:46: Ja, Benzio.
00:47:49: Wenn das wär von der BVA-Hört, Alexander hat meine Kontakte hatten.
00:47:55: Aber gibt es die Möglichkeit, früher aufzufernen?
00:47:57: bei dir?
00:47:58: Wahrscheinlich schon, oder?
00:48:00: Dadurch, dass ich einen Invalidenhaus, also einen behinderten Pass habe, habe ich schon angesucht.
00:48:06: Ich bin laut PVA-Sechzig-Prozent-Invalide, das heißt, ich kann noch vierzehn Prozent arbeiten.
00:48:14: Ich probiere es in zwei Jahren wieder, weil dann bin ich dreieinfünfzig.
00:48:19: Schau mal, muss nicht angehen lassen, weil ich glaube, das war voriges Jahr, oder vor zwei Jahren, schuldigung, da war ich neunundvierzig und da lassen sie noch ungern in einer Pension gehen, weil es eine Nation ist, oder in einer Invaliden-Pension halt gehen.
00:48:36: Und in zwei Jahren bin ich schon in den Freund, vielleicht habe ich dann ein bisschen.
00:48:40: Ich drücke dir die Daumen.
00:48:41: Danke dir.
00:48:43: Lieber Martin, vielen Dank für das Gespräch.
00:48:45: Gerne, Lieber Alexander.
00:48:47: Wir haben eine Freude.
00:48:50: Ich kenne Martin aus der Selbsthilfegruppe
00:48:53: für
00:48:53: Männer mit Krebs, der österreichischen Krebshilfe Wien, die ich seit Jahrzehnteinundzwanzig moderiere.
00:48:59: Zur Zeit seiner Diagnose Stellung nahm er über ein paar Monate regelmäßig teil.
00:49:04: Richtig kennengelernt habe ich ihn aber erst durch... Dieses Gespräch mit ihm hier in diesem Podcast.
00:49:10: Und jetzt beim nochmaligen Durchhören ist mir wieder aufgefallen, wenn ich mal wieder an der Zukunft zweifle, was
00:49:16: hin und wieder doch
00:49:17: vorkommt, werde ich mir von seiner Hoffnung und Zufriedenheit und Zuversicht vor allem, wenn gerade nicht alles im Leben total super
00:49:26: ist,
00:49:26: ein kleines Scheibchen abschneiden.
00:49:29: Da das Gespräch mit ihm schon im April, war ich neugierig, wie es ihm aktuell geht.
00:49:34: Deshalb habe ich ihn um ein Status-Update gebeten.
00:49:37: Hier Martin sprach Nachricht von Anfang Januar.
00:49:41: Servus Alexander, du hast mich gebeten, dass ich dir ein kleines Update schicke, wie es mir in der letzten Zeit, besser gesagt, seit dem letzten Interview gegangen ist.
00:49:52: Ich möchte dir ein kurzes Feedback darüber geben.
00:49:56: Mein Krebs, der Morbus Waldenström, ist noch immer stabil und somit gutartig.
00:50:06: In meiner Freizeit bin ich noch immer mit dem Fotoapparat, was ich damals schon erwähnt habe, unterwegs und fotografiere historische Gebäude und stelle diese Fotos mit Detailinformationen auf meine Facebook-Seite.
00:50:24: Ansonsten lese ich sehr viel und recherchiere über Gebäude und Personen, die in diesen gewohnt haben.
00:50:32: Also auch hier Status quo.
00:50:37: Mein körperlicher Zustand hat sich leider etwas verschlimmert.
00:50:44: Das heißt, mein Rücken, mein Knie und mein linker Fuß bereiten mir immer wieder Schmerzen.
00:50:54: In letzter Zeit habe ich leider starke Depressionen und bin im Krankenstand mit PTBS.
00:51:04: Falls du Fragen hast, melde dich.
00:51:06: Danke dir und ciao.
00:51:09: Ach ja, ich habe vergessen, dass ich jetzt dieses Jahr wieder versuchen werde, die Invalidenvention des Rehabgeldes zu erhalten.
00:51:20: Auch möchte ich schauen, dass ich einen neuen Erkennen an Erkennung, Entschuldigung,
00:51:26: meines
00:51:27: Behindertenstatus bekommen.
00:51:29: Tschüss.
00:51:32: Schreibt mir, was du dir aus dieser Folge mitnimmst,
00:51:36: welche Impulse
00:51:37: aus dem Gespräch du vielleicht in deinem Leben ausprobieren möchtest.
00:51:41: Als Kommentar auf Social Media, Podcast oder Spotify oder per E-Mail an podcastatalexandergreiner.com.
00:51:48: Wenn du dir für die kommenden Folgen des Jahres, zwanzig, bestimmte Themen oder Inhalte wünschst, die ich mir für dich genauer ansehen soll,
00:51:57: dann füll bitte das
00:51:58: Feedback-Formular aus.
00:51:59: Den Link findest du in den Show notes.
00:52:01: Gefällt dir dieser Podcast?
00:52:03: Dann gib ihm einige Sternchen in der App, in der du ihn gerade hörst und abonniere ihn.
00:52:08: Das hilft anderen, ihn schneller zu finden und teile ihn mit Menschen, denen er helfen könnte.
00:52:13: Wenn du gut und wichtig findest, was du in diesem Podcast hörst, unterstütze die Arbeit daran.
00:52:19: Mit einer Community-Mitgliedschaft bekommst du zu jeder neuen Folge ein E-Mail mit ergänzenden
00:52:24: Infos.
00:52:24: Und du hast
00:52:25: Zugriff auf das komplette Archiv.
00:52:28: Auch über einmalige Spenden freue ich mich sehr.
00:52:30: Den Link findest du in den Schauen-Uns.
00:52:33: Eine gute Zeit wünsche
00:52:33: ich dir
00:52:34: bis in zwei Wochen.
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