Wann bin ich wieder gesund? – Axel am Weg zurück in den Job (Serial #2) · Folge 38

Shownotes

Gefällt dir, was du hörst? Unterstütze die Arbeit an diesem Podcast.

Was bedeutet es, wenn medizinisch alles gut aussieht, aber sich das Leben trotzdem verändert hat? Wenn Kontrolltermine noch immer Unruhe auslösen. Wenn der Alltag zurückkehrt, er aber nicht mehr derselbe ist.

Axel spricht in dieser 2. Folge der Fortsetzungsgeschichte über die Monate nach der Prostata-Operation. Über erste Nachsorge-Untersuchungen und die Frage, was ein stabiler Befund wirklich bedeutet. Über Schwellstrom-Behandlungen, Inkontinenz-Unterwäsche, seine Erfahrungen in der onkologischen Rehabilitation und den Wiedereinstieg in den Beruf.

Es geht um körperliche Themen wie Kontinenz und Erektion. Und um das, was schwerer greifbar ist: ein neues Gefühl für das eigene Leben. Weniger Geduld, andere Prioritäten. Und die leise Frage im Hintergrund, ob man wirklich schon gesund ist.

Aufgezeichnet Mitte März 2026.

Schreib in die Kommentare, was du dir aus dieser Folge mitnimmst.

Fülle das Feedback-Formular aus und unterstütze die Arbeit am Podcast. Lade dir das Workbook für Männer mit Krebs herunter und abonniere den Newsletter. Mein Buch: Als ich dem Tod in die Eier trat. Fragen, Ideen, Lob: podcast@alexandergreiner.com

Folge 1 dieser Serie:

Quellen, Links:

Passende Folgen zum Weiterhören:

Weitere Männer nach Prostatakrebs:

Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.

Host, Redaktion, Produktion: Alexander Greiner; Sound Design: Happy House Media, Asta Krejci-Sebesta, Tatjana Lukáš; Musik/Signation: Cool My Bass – BalloonPlanet; Titelsprecher: Stephan Andrejs; Cover: Studio Mana, Romana Reisenberger; Foto: Franzi Kreis; Musikbett: Pinto in Rye – Blue Dot Studios

Gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.

Impressum | Unterstützen | Transparenz | Kontakt

Transkript anzeigen

00:00:00: dieses Einschmieren von den Narben, was ich halt wirklich jeden Tag tu in der Früh nach dem Duschen erinnert einen halt dran dass da etwas nicht okay war.

00:00:07: Ich merke nach wie vor wenn diese Kontrolltermine auf mich zukommen das mich das irrsinnig aufregt.

00:00:13: Nachdem ich irgendwann eine von diesen Einlagen mitgewaschen habe bei der schwarzen Unterwäsche hab' ich beschlossen es ist Zeit dieses Kapitel zu schließen.

00:00:21: Also ich hätte schon sofort wieder hundert Prozent reinspringen können aber ich glaube einfach dass man sich dann sehr schnell überfordern kann.

00:00:28: Was ich spannend finde ist, dass man im tiefen Tal schon weiß.

00:00:30: Da kommt jetzt dann was Besseres nach!

00:00:34: Du hörst Axel?

00:00:35: Er hatte Prostatakrebs mit neunundvierzig.

00:00:39: Das war voriges Jahr, zweitessenfünfundzwanzig.

00:00:42: Einen Tag vor seinem fünftigsten Geburtstag wurde er operiert.

00:00:47: Diese Folge ist Teil einer Serie.

00:00:50: Wenn du die erste Folge noch nicht gehört hast Hör dir vorher die Folge neun und zwanzig an Mit dem Titel Gehversuche am Friedhof, Achsel nach der Prostatektomie.

00:01:02: In dieser zweiten Folge der Serie erzählt Achsel von den ersten Kontrolluntersuchungen nach der Brosterder Entfernung wie die onkologische Rehabilitation für ihn abgelaufen ist das er bereits wieder in seinen alten Job zurückgekehrt ist und wir emotional auf die Krebserfahrung zurückblickt Bevor wir einsteigen.

00:01:22: noch ein kleiner Hinweis Diagnosen, Behandlungen und Krankheitsverläufe.

00:01:27: Selbst wenn es um die gleiche Tumorart geht können sehr unterschiedlich sein.

00:01:32: Bei dir ist das vielleicht komplett anders?

00:01:35: Vielleicht findest du dich aber auch in Details aus Axels Erzählung wieder!

00:01:46: Du, wo

00:01:58: sind wir da jetzt?

00:02:05: Ich hör den Bach plätschern.

00:02:07: Ja.

00:02:08: Du hast ja den Ort wieder vorgeschlagen, so wie beim letzten Mal und wir haben gesagt, wir gehen in den Wald.

00:02:14: Stimmt das?

00:02:15: Ja, so mehr oder weniger!

00:02:17: Okay...

00:02:18: Und wir sehen hier im Siebering beim Gespöttgraben unter dem Bacher, dass von oben runter kommt.

00:02:25: Wir sind also zum zweiten Mal auf den Anhöhen von Wien Voriges Mal ja am Döblinger Friedhof, heute noch näher an Wienerwald dran auf dem Weg zum Sieferinger Steinbruch.

00:02:39: Da beim Sieferingen Steinbruchs finde ich das Schöne eigentlich, dass man so wirklich auch ein bisschen für Wienervereignisse Bergfeelingen ein bisschen kriegt durch den Steinbrug ist.

00:02:49: Es ist dreieinhalb Monate her seit dem vorigen Gespräch Ein Vierteljahr von dem man denken könnte, dass wieder alles normal geworden ist So wie früher.

00:03:00: Die Operation ist sogar schon ein halbes Jahr her.

00:03:03: Bin ich wieder gesund nach so einer Zeit?

00:03:06: Da ist natürlich aus medizinischer Sicht die wichtigste Frage, war die Prostatektomie also die Operation bei der die Prosta da entfernt wurde auch in der Nachschau erfolgreich?

00:03:17: Ist der Krebs weg?

00:03:18: Du warst jetzt auch schon bei den ersten Nachsorge-Untersuchungen oder Untersuchung?

00:03:24: Waren das mehrere?

00:03:24: Mehrere

00:03:25: schon, nein!

00:03:26: Also die entscheidenden waren im Dezember dann.

00:03:28: Wir haben schon davor einige gemacht Auch.

00:03:33: Und die letzte war jetzt nicht einmal einer Woche circa?

00:03:38: Es

00:03:39: schaut gut aus, absolut.

00:03:40: Cool!

00:03:41: Aber ich denke also was ich da für mich einfach eine kurze Schätzung untergehabt habe dass der Wert im mehr oder weniger Nullbereich Die letzte Zahl ist aufgegangen um eins.

00:03:54: Das heißt

00:03:55: erst der zweite dritte Kommastell?

00:03:57: Also es ist Null Komma Null Eins und die dann danach Die vierte.

00:04:02: ist das, oder die dritte?

00:04:04: Beide kann man stellen.

00:04:06: Axel spricht hier vom PSA-Wert.

00:04:09: Einem sogenannten Tumormarker, der im Blut bestimmt wird und der auf eine aktive Prosta der Krebserkrankung hinweisen kann.

00:04:18: Da wurde mir aber dann von meinem wirklich sehr umsichtigen Rolong erklärt.

00:04:21: Das sind die Schwankungsbreiten.

00:04:26: Dann war man beruhigt da, aber ich merke nach wie vor ... Wenn diese Kontrolltermine auf mich zukommen, dass ich das einfach schon... Dass mich das irrsinnig aufregt.

00:04:38: Also nicht eins zu eins oft aber so unbewusst, dass man dann gereizt ist und schnell aggressiv oder weinerlich.

00:04:46: Was dir die anderen Leute reflektieren?

00:04:47: Oder wo du mit der Zeit draufkommst, oh!

00:04:50: Ich bin ja doch irgendwie labia... Naja

00:04:51: was das anbelangt hab' ich's ja so gemacht jetzt in der Arbeit, weil ich arbeite schon wieder seit Ende Jänner, momentan noch in der Wiedereingliederungsteilzeit dass ich von Anfang an in den Teamkalender reingeschrieben habe, wann die Kontrollen sind.

00:05:05: Weil ich sagte, wie

00:05:06: einfach das

00:05:06: sie das wissen.

00:05:10: Wenn ich mich komisch benehme oder wenn irgendwas ist, dann muss man es einfach weiß.

00:05:16: Wie hat der dein Team darauf reagiert?

00:05:18: Oder deine Kollegin?

00:05:19: Der größte Teil ist gut.

00:05:22: Es wird manchmal auch gefragt ob die Ergebnisse schon da sind, wenn ich ein bisschen verpissend reinschaue.

00:05:26: Da bin ich selber schuld dran aber es kommt vollkommen in Ordnung!

00:05:30: Axel verhält sich vor den Kontrollterminen

00:05:33: nicht

00:05:33: wie gewohnt.

00:05:34: Seine Anspannung ist für andere bemerkbar, das ist wenig verwunderlich.

00:05:40: Er beschreibt dass der durch die Diagnose und Behandlung erlittene Kontrollverlust im Leben auch trotz guter Befunde noch immer weitreichend ist.

00:05:51: So wie es wirkt ist aber nur eine Phase gewesen aus der er sich gerade raus zu bewegen scheint.

00:05:59: Er nimmt wieder am Leben teil, hat wieder zu arbeiten begonnen.

00:06:03: Aber bevor wir sein aktuelles Leben im Detail beleuchten noch ein Rückblick auf die vergangenen dreieinhalb Monate.

00:06:09: Ich glaube das Wichtigste in dem Zeitraum ist natürlich die Reha und davor – und leider bis jetzt auch – ist halt das ewige Kämpfen mit den Einreichungen bei der Krankenkasse, mit Refundierungen und so.

00:06:23: Das habe ich mir mal wirklich das Gefühl Das ist eine Geduldsprobe.

00:06:30: Also so Kostenübernahmen von den Vorlagen und so?

00:06:33: Respektive,

00:06:35: in dem Fall speziell irgendwie eher Psychotherapie und so, da die Zuschüsse, weil dann die Formulare dauern und ändern und da braucht die Honorarnote das noch drauf

00:06:43: etc.,

00:06:44: etc.

00:06:44: Aber das nervt einfach ein bisschen, sage ich ehrlich.

00:06:48: aber ich muss sagen Ich habe wirklich gute Erfahrungen gemacht bei der Zweigstelle Döbling mit den Kollegen von der Gebietskrankkasse, auch mit der Ärztin dort.

00:06:58: Die waren da sehr hilfreich.

00:06:59: grundsätzlich also war es mir jetzt auch nicht immer höher.

00:07:04: Das heißt du gehst dann persönlich hin oder du rufst an?

00:07:07: Ich habe dort ja auch die Kontrolluntersuchungen gehabt und wenn ich also auch die Wiedereingliederungsteilzeit zum Beispiel das muss man ja irgendwo hinschicken oder man kann es abgeben und das hab' ich dort gemacht.

00:07:17: Und die waren wahnsinnig wirklich sehr hilfreich und sehr nett!

00:07:22: Alle Unterschriften auf dem Antrag zu bekommen, war eine ordentliche Rennerei.

00:07:27: Das

00:07:27: erzählt er aber etwas später genauer.

00:07:30: Vor der beruflichen Rehabilitation kam nämlich die unkologische Rehapilitation.

00:07:36: Für diesen Antrag hat er Unterstützung von der Ordinationshilfe bei seinem Hausarzt.

00:07:41: Wie war's auf Reha?

00:07:44: Also dafür dass ich so gemischte Gefühle hatte im Vorfeld, weil das waren nicht die Reha, die ich mir ausgesucht habe...

00:07:50: Also das Reha-Zentrum!

00:07:53: Und irgendwie war das dann weit weg von Wien und ich bin, muss ich sagen noch nie auf Kur oder sowas gewesen.

00:08:01: Ich hab da ja auch keine Erfahrung damit gehabt und habe ein bisschen Angst vor dem extrem fremdbestimmt sein gehabt.

00:08:08: weil das ist mir, muss sich sagen, irgendwann mal so nach Monat zwei beim Krebs sehr oft in Nerven gegangen.

00:08:13: also dass man so ausgeliefert ... Ja doch, ausgeliefert kann man schon sagen.

00:08:18: Und wie ich dann dort angekommen bin, mit den gemischten Gefühlen muss ich ganz ehrlich sagen.

00:08:23: Erstens weil ich total verwundert dass es so kurz erst Onkologische Reha gibt.

00:08:27: Die Onkologie Rehabilitation gibt es in Österreich seit Jahrzehnt.

00:08:32: Das erste Zentrum für Onkorea entstand mit dem Sonnberghof in Bad Sauerbrunn.

00:08:39: Im Herbst des gleichen Jahres eröffnete dann im Althofen also dort wo Achsel gewesen ist das zweite Reha-Zentrum für Krebspatientinnen in Österreich.

00:08:48: Mittlerweile gibt es eine ganze Menge, eine Liste aller Zentren findest du in den Shownots?

00:08:54: Und dann wie ich dort war habe ich mich eigentlich sehr schnell gut aufgehoben gefühlt und das war wirklich sehr, sehr kooperativ auch.

00:09:05: also da wurde wirklich gefragt was brauchen Sie oder was wollen's?

00:09:08: bitte melden sie sich und das hab' ich gemacht und das hat wunderbar funktioniert.

00:09:13: Mich aber auch dort einen Wald gehabt.

00:09:16: Das war dann dort hinterm Haus, ein Nadelwald.

00:09:20: Auch riesig natürlich!

00:09:22: Also ich muss sagen der Wald ist immer, finde ich was sehr Wichtiges für mich zum Ruhigen und Gesundsein oder... Ich finde das ist etwas sehr, sehr Erdendes und was sehr Aufballendes.

00:09:36: Und auf der Reha selber Was für mich spannend war.

00:09:40: Anfangs habe ich das ein bisschen komisch gefunden aber irgendwann einmal habe ich es richtig gut gefunden dass das nicht eine rein angologische Reha war dort, sondern dass es da ganz viele verschiedene andere Rehabilitationen auch gibt wie Schlafwechsel oder orthopedisch.

00:09:54: Weil das so ein großes Haus ist?

00:09:55: Das ist riesig ja.

00:09:57: Sind glaube ich sechs Häuser oder sieben Häuser und das war irgendwie eigentlich... Ich habe das irgendwie interessant gefunden.

00:10:03: vor allem ist es dann am Abend in der Sonne immer lustig gewesen wenn die Leute automatisch davon ausgegangen sind, dass alle ihre Erkrankung haben und die anderen nicht und so um hat wirklich gemerkt, dass die sehr viel Erfahrung damit haben

00:10:14: Auch mit Posteren Krips?

00:10:15: –

00:10:15: Ja, auch.

00:10:17: Dort war das Spannende, dass ich auf die Schwellstrombehandlungen gekommen bin.

00:10:21: Das haben sie mir einfach verordnet dort und das hat der Inkontinenz sehr gut in Ga ausgemacht natürlich immer in Kombination mit den eh schon altbekannten Beckenbodenübungen.

00:10:33: aber das hat wirklich ... Ich glaube es hat das Ganze noch einmal mindestens um zwanzig dreißig Prozent verbessert in der Zeit dort.

00:10:42: Aber in der ersten Zeit ... Drei Wochen,

00:10:44: oder?

00:10:44: Du hast vier Wochen.

00:10:47: Am Anfang war es das Schlechter worden ist klar, weil man die Muskeln überfordert hat und dann war's ziemlich schlagartig.

00:10:56: In dem Moment, wo ich vergesst, dass ich die Behandlung hab und trotzdem Beckenboden übringen mach keine gute Idee, da gibt er dann WO.

00:11:04: Wenn Axel die Schwellstrombehandlung bekommen hat und danach selbst seinen Beckenbodentrainiert dann ist das zu viel für den Harnschließmuskel.

00:11:13: Aber die Schwellstrombehandlung alleine wirkt bei ihm offenbar sehr gut gegen die Inkontinenz.

00:11:19: Bitte beachte, dass das der Fall von Axel ist – was er erzählt, sagt nichts über die Wirksamkeit an sich aus!

00:11:27: Wie es sich bei dir verhält ob die SchWellstrombe Handlung auch dir gegen die Hahninkontinenzen helfen könnte bespricht bitte mit deiner Urologin oder deinem Physiotherapeutin.

00:11:37: Auch eine sehr spezielle Sache, wo ich sehr geschmunzelt habe war die Ernährungsberatung.

00:11:42: Weil ich bin echt da gesessen und hab meine Hackgarten so gemacht.

00:11:45: Ich glaub einzige Ausnahme war... Was

00:11:46: ist da abgefragt worden?

00:11:47: Nein nein das war ein Vortrag eigentlich was eben gut ist und was günstig ist und etwas nicht etc.

00:11:52: Und ich hatte so ein bisschen Bedenken dass jetzt kommt und dann darf man das nicht mehr essen und das muss jetzt weg und so und überhaupt.

00:11:59: Aber im Grunde genommen war es einfach ernähren Sie sich gesund mit Hausverstand und möglicherweise hört nicht gerade wahnsinnig viel trinken nicht rauchen und aufpassen, bis sie aber... Also das habe ich sehr interessant gefunden.

00:12:13: Weil ich im Vorfeld und da bin ich oft nachisch geworden.

00:12:16: die Ratschläge, die Schläge sind auch gekriegt hab.

00:12:20: Aus dem Umfüll oder auch vom Fachpersonen?

00:12:22: Ja ja.

00:12:23: Und auch teilweise von Leuten, wo ich mich dann gewundert hab eigentlich mit so diesen ja und mit dem Zucker weglassen und den Krebs aushungern, da musst du nicht operieren und lauter so Sachen.

00:12:34: Und ich habe damals im Vorfeld, muss ich ehrlich sagen sehr zurückhaltend reagiert.

00:12:41: Ich glaube es ist jetzt nicht passiert.

00:12:43: in letzter Session, wenn das heute passiert schaue ich den anderen an und sage weißt du was?

00:12:48: Nein danke!

00:12:49: Wiedersehen!

00:12:51: Zum Thema Ernährung und Krebs kursieren ja wahnsinnig viele Mythen und leider auch viele falsche Informationen im Internet, dem persönlichen Umfeld aber auch in den Regalen von Buchhandlungen.

00:13:04: Beachte bitte, dass es keine absolut zuckerfreie Ernährung gibt.

00:13:08: Dass Unterernährung während einer aktiven Krebserkrankung ein schwerwiegendes zusätzliches Risiko darstellt und das man Krebs gar nicht aushungen kann weil sich der Stoffwechsel von Tumorzellen umstellen kann und sie sich dann von Proteinen ernähren.

00:13:26: Und was nett ist, dass ich immer noch Kontakte habe teilweise von der Reha also jetzt nicht permanent aber immer wieder, dass man schreibt wie geht's dir?

00:13:34: Also irgendwie ist das so eine Erfahrung, wo ich sie nicht missen möchte und ich glaube auch dass es gut ist wieder Reha zu machen.

00:13:44: Auch wenn jetzt die rein körperlichen Symptome da nicht mehr vorhanden sind.

00:13:48: aber das wird sich weisen wie man das dann angeht.

00:13:51: also ich könnte glaube ich jetzt für dieses Jahr sogar schon eine Reha anfragen aber fühlt sich momentan zu früh an.

00:13:59: Ein kleiner Hinweis für Hörende aus Deutschland.

00:14:01: Auch dort gibt es eine onkologische Rehabilitation, die wird meist unter der Bezeichnung Anschluss-Heilbehandlung kurz AHB geführt.

00:14:13: Naja und nach der Onkoreha kommt die berufliche Reha.

00:14:18: Für Axel stand es außer Frage nach der Krebstherapie und der Genesung wieder mit dem Arbeiten zu beginnen.

00:14:24: Er wählt für den Weg zurück in den Job die sogenannte Wiedereingliederungsteilzeit.

00:14:30: Das hat er ja bereits angesprochen.

00:14:32: Den Tipp dafür hatte er schon recht früh von der Arbeitsassistenz der Krebshilfe bekommen.

00:14:37: Also es ist von den Formalitäten im Vorfeld ziemlich kompliziert, also naja, kompliziert!

00:14:44: Es ist so durenzt halt mit diesem Papier zum Ausfüllen vom Personalbüro in die Personalverrechnung zu Arbeitsmediziner... Also ich habe begonnen, die ganze Odyssee, sie ist nicht so schlimm gewesen aber das war wirklich lustig wie oft man den Zettel in die Hand nehmen musste.

00:14:59: Ich bin zuerst zu dem Fit for Work gegangen.

00:15:02: Das

00:15:02: ist eine Reha-Genau-Management-Einrichtung, oder?

00:15:05: Ich würde sagen das ist eigentlich

00:15:07: ursprünglich Reha.

00:15:08: Genau, ja, ja!

00:15:09: Das ist ursprünlich glaube ich gemacht worden eher für ältere Arbeitnehmer oder Leute die es dann eh und da sind wir schon am Punkt aus Krankheitsgründen rausgefallen sind aus dem Berufsleben und dass sie wieder reinkommen und dass man damit einfach den Einstieg stufenweise machen kann.

00:15:28: Axel steigt mit einer halben Arbeitsverpflichtung ein.

00:15:31: Für diese Arbeit erhält Axels seinen um fünfzig Prozent reduzierten Gehalt von der Arbeitgeberin und dann bekommt er noch eine Aufstockung von der Krankenkasse, die aber leider nicht den ganzen Fehlbetrag auf sein volles Gehalt umfasst.

00:15:45: Man hat dann Steigerungsmöglichkeiten und kann aber nicht mehr zurück.

00:15:49: also wenn man einmal von weiß ich nicht zwanzig Stunden nach vormundzwanzig gegangen ist, dann kann man nicht mehr auf zwanzige zurückgehen.

00:15:56: Also man muss sich das dann wirklich überlegen.

00:15:58: Das geht dann über ein paar Monate?

00:16:00: Maximal ein halbes Jahr

00:16:01: und das hast du auch so gewählt, oder?

00:16:03: Ich habe das jetzt einmal so angemeldet mit der Arbeitsmedizinerin, mit der ich das gemacht hab.

00:16:09: Man kann aber wenn man merkt es geht früher schon wieder normal definitiv beenden und es geht glaube ich relativ unkompliziert.

00:16:17: Ich habe jetzt schon einmal gesteigert auf sechsundzehnzig Stunden und ja der nächste Schritt ist eigentlich schon Richtung Vollzeit natürlich Und das ist eigentlich eine gute Sache, weil man dadurch sozusagen den Arbeitnehmer die Sicherheit gibt, dass er halt wirklich nicht mehr arbeiten soll.

00:16:37: Dass er sozusagen noch Zeit für sich hat privat auch und einfach um sich einzufinden und dass es sich auch ausruhen kann noch dann.

00:16:46: Also heraus, dass für dich auch die richtige Entscheidung

00:16:47: war?

00:16:48: Absolut!

00:16:50: Ich hätte schon sofort wieder hundert Prozent reinspringen können.

00:16:53: aber ich glaube einfach... dass man sich dann sehr schnell überfordern kann.

00:16:57: Also, dass man dann funktionieren will und muss und so ... Und dann kann das schnell auch nach hinten losgehen, weil dann hast du nicht nur Krebs gehabt, sondern kannst doch da psychischen Problemen landen?

00:17:09: Genau

00:17:09: ja!

00:17:10: Das muss ich jetzt sein.

00:17:12: Das rechte Seine würde ich sagen.

00:17:14: Auf jeden Fall.

00:17:17: Und das Interessante ist schon, dass ich immer wieder merke wenn zum Beispiel eben die Kollegen, die mir hilft im Moment Wir kennen uns sehr lange, wenn die dann kommt.

00:17:28: Und wieder noch Blau, nachdem wir übergeben haben, dass sie mich nahezu raushaut.

00:17:32: Jetzt gehst du!

00:17:34: Das finde ich sehr nett...

00:17:36: Die schaut, dass du nicht so viel arbeitest?

00:17:39: Ja aber wie gesagt, also ich denke mir das geht halt wirklich auch nur, wenn es sehr nette Kollegen hat und dadurch, dass ich wirklich sehr vertraue noch zu den Kollegen hab ist natürlich die halbe Mieter.

00:17:51: Das ist viel wert

00:17:53: Ja, und nicht nur das Collegium.

00:17:54: Das Mensch mit mir muss ja auch ein Mitspieler sein?

00:17:57: Natürlich!

00:17:58: Bei mir muss ich sagen, die haben wirklich überhaupt keinen Danzen in irgendeine Richtung gemacht.

00:18:03: Die haben gesagt, mach du das, wie du es für dich gut findest vom Zeitpunkt, von wie viel etc.

00:18:11: Und ist mir klar, dass das nicht selbstverständlich ist.

00:18:15: Also ich kenne jetzt niemanden der das auch gemacht hat.

00:18:18: Es stimmt nicht.

00:18:19: Von der Selbsthilfegruppe in Stuttgart kenn'n ich einen Aber da war das irgendwie anders.

00:18:24: Das ist auch Deutschland, da ist wieder vieles dann anders von der Organisation.

00:18:29: aber ich glaube persönlich ist es ein guter Weg.

00:18:31: also jetzt nicht nur bei Krebs generell.

00:18:34: Axel klappert auf dem Weg zurück in den Job einige Stellen ab Arbeitsassistenz der österreichischen Krebshilfe Betriebsintern, Personalbüro und Personalverrechnung.

00:18:44: Eine Arbeitsmedizinerin

00:18:45: Fit

00:18:46: to Work Und die Krankenkasse Von deren Kundenzufriedenheit er, das streicht er heraus besonders begeistert war.

00:18:54: Hier wieder ein Hinweis für Hörende aus Deutschland, auch dort gibt es verschiedene Angebote des betrieblichen Eingliederungsmanagements.

00:19:01: so wird das genannt kurz BEM.

00:19:04: vergleichbar mit der Wiedereingliederungsteilzeit in Österreich ist in Deutschland die sogenannte stufenweise Wiedeingliderung nach dem Hamburger Modell.

00:19:16: an dieser Stelle im Gespräch mit Axel denke ich mir dass er die Erkrankungserfahrung offenbar schon relativ gut integriert hat in sein Leben.

00:19:24: Zumindest wirkt das so auf mich.

00:19:26: Er lässt aber schon auch durchblicken, dass er sich nicht übernehmen will.

00:19:30: Die Frage wann bin ich wieder gesund?

00:19:32: Kann also möglicherweise noch nicht mit jetzt beantwortet werden Auch wenn es wie schon nach dem ersten Gespräch mit ihm derzeit keinen Hinweis auf eine aktive Krebserkrankung gibt.

00:19:44: Innerlich muss offenbar noch etwas verarbeitet werden.

00:19:51: Ja also was ich wirklich täglich merke Und das ist manchmal neutral und manchmal ist es nicht schlimm.

00:20:01: Und manchmal ist's schlimm, also schön ist es selten dass es gibt dieses alte normalen Nimmer Das ist weg.

00:20:09: Wie meinst

00:20:09: du?

00:20:12: Das sind Momente wo einem das so auffällt.

00:20:14: Also mir hat es aufgefallen wie ich wieder zum Arbeiten begonnen habe.

00:20:18: Dann bin ich weiß nicht beim Blumenchef vorbeigegangen.

00:20:20: uns haben wir Blume gekauft und das war anders Es war nicht wie früher.

00:20:25: Also das Gefühl ist ganz anders.

00:20:29: Kannst du beschreiben?

00:20:31: Es hat ein bisschen was Verrängendes, weil es eine Distanz auch dazwischen ist und also ganz prägnante Momente sind für mich wenn ich gewisse Musik höre dass sich manche gar nicht aushalt emotional.

00:20:46: also ich würde dann halt heulen und wird in das Rennen kommen was man nicht immer will Und dass einem viele Sachen von früher sehr banal vorkommen, das habe ich schon.

00:21:01: Ich bin jetzt beim Arbeiten auch aufgefallen in positiven wie negativen, weil es gibt wirklich Dinge wo ich früher auf die Barrikaden gegangen wäre und heute denke ich immer, wirst du was?

00:21:10: Ist mal wurscht!

00:21:13: Und dann gibt's aber Dinge da hätte ich früher nicht nachgedacht und da war ich eigentlich grandlich.

00:21:17: Ich merke auch, dass die Geduld sehr gelitten hat.

00:21:21: Dieses neue Normal hat nicht, dass ich immer den Krebs denke.

00:21:25: Überhaupt nicht!

00:21:25: Das ist so wie auch diese Ängste vor den Untersuchungen... Nicht so sind das man permanent Angst hat und dann kommt der Krebs zurück, sondern es ist so was die Fusel...

00:21:34: Und du hast ja beim letzten Mal gesprochen,

00:21:36: diese

00:21:36: Rezitivangst?

00:21:37: Hast du die jetzt noch?

00:21:41: Nicht in der Form weil ich seit dem letzten mal draufgekommen bin, dass das definitiv mehr im Kopf ist logischerweise weil ich draufgekommen bin, dass mein Papa ein Rezitiv hatte.

00:21:57: Und ich habe das völlig verdrängt

00:21:59: gehabt.".

00:22:02: Axel hat zwar bisher zum Glück noch nicht selbst erfahren wie es ist eine Wiedererkrankung zu erleben aber ihm ist die Situation als Co-Betroffener bekannt.

00:22:11: Das wird ihm jetzt wieder bewusst.

00:22:13: Dass die Fuß von dem Axel spricht ist dadurch für ihn greifbarer Weil er die beiden Erfahrungen auseinander dividieren kann.

00:22:23: Er kann die Gefühle von damals, von seiner eigenen Situation jetzt trennen.

00:22:28: Und damit verändert sich auch seine eigene Rezitivangst jetzt – offenbar zum Guten!

00:22:35: Eine weitere Sache, die sich bessert oder besser gesagt seit dem vorigen Gespräch noch weiter gebessert hat ist die Haaren in Kontinent.

00:22:54: Oder auch Kerze, ich mach die Kerze jeden Tag.

00:22:57: Wirklich?

00:22:58: Es kommt am Tag an und hab' ich vorher Lulua.

00:23:01: Aber das ist eigentlich so... Da merke ich es komischerweise.

00:23:06: Und natürlich wenn man dann müde wird aber das ist irgendwie logisch von dem her.

00:23:12: Nein nein, aber nachdem ich irgendwann eine von diesen Einlagen mitgewaschen habe bei der schwarzen Unterwäsche, habe ich beschlossen es ist Zeit dieses Kapitel zu schließen Weil diese Fusseln kriegt man kaum noch raus.

00:23:26: Die hat sich dann komplett aufgelöst, oder?

00:23:28: Nein, das ist überall so die weißen Fuseln gehabt, diese Kleine.

00:23:31: Und das war sehr nervig, glaube ich, bis du viermal gewaschen bist, dass es wieder war.

00:23:33: Was glaubst du?

00:23:35: Ich habe dann begonnen mit dieser sogenannten Inkontinenz Unterwäsche und ich finde es interessant, dass niemand sagt, weil es viel einfacher ist.

00:23:45: Es ist natürlich recht kostspielig, diese Unterhosen aber das Angenehme dabei ist für mich Einfach nicht noch, was sie da reinpickt und Müll produziert.

00:23:57: Sondern dass das eigentlich eine normale Unterhose ist die für den schlimmsten Fall dann halt auch noch herhält Und die schaut auch normal aus.

00:24:05: Die Inkontinenz hast du schon gesagt ist fast nicht mehr da?

00:24:08: Ist

00:24:08: de facto glaube ich also ich weiß es nicht Aus Arztsicht würden Sie sagen absolut trocken.

00:24:14: Ich für mich denke man kann nicht wenn wir einmal in der Woche ein paar Tropfen verliert komplett trocken sein.

00:24:19: Das ist einfach Alles wird auch nichts denken, ich weiß es eh blöd aber ist so.

00:24:25: Nein, aber das Thema ist wirklich... Und das gebe ich allen auf dem Weg wenn sie in die Situation kommen üben, üben und wichtig Pausen machen.

00:24:34: Es ist wie wenn man für den Sport trainiert.

00:24:39: Bei der Operation die Axel hatte sind auch Narben entstanden kleine zwar aber doch und mehrere.

00:24:49: Bei ihm wurde die Prosta der Entfernung Roboter-Kyrore gestohlgeführt.

00:24:53: Dabei werden mehrere kleine Schnitte gesetzt, über die die Roboterinstrumente dann in den Körper eingeführt werden können.

00:25:01: Also ich habe nicht wirklich Einschränkungen durch die Narben als tut manchmal weh wenn ich ein bisschen zu wild war wieder mit gewissen Übungen oder so?

00:25:11: Nein

00:25:11: nein schon bei Yoga und so.

00:25:14: Ja, ja.

00:25:14: Oder was nicht, Zit-Apps oder so.

00:25:15: Bei dem merkst du, wenn es dann einfach nicht vorsichtig warst ... Das spürt man dann länger und das ist aber dieses Einschmieren von den Narben, was ich halt wirklich jeden Tag tu in der Früh nach dem Duschen erinnert einen halt dran, dass da etwas nicht okay war oder dass da halt was weg ist.

00:25:35: Und was ich spannend finde, is' ich hab das Gefühl, wenn man mit Leuten spricht die eben unter Anführungszeichen große Operation hatten also nicht mit dem Da Vinci Roboter Und wirklich eine Narbe haben, dass die scheinbar andere Komplikationen haben.

00:25:51: Dann mit der Narbe spannenderweise als ich, weil ich habe das Gefühl ... Mit den mehreren Kleinen ist es verteilter aber es sind auch mehr Wunden dann eigentlich.

00:26:02: Es ist jammern auf ganz hohem Niveau Das ist mir völlig klar Aber man spürts schon.

00:26:07: Aber ich nehme an, das wird dauern und dann wirds hoffentlich irgendwann ganz weg sein Und sonst von Nebenwirkungen?

00:26:15: Also was zu die Erektionssachen anbelangt, würde ich jetzt guten Gewissen sagen, passt.

00:26:22: Also wirklich ohne Pumpe, die ich ja wie das letzte Mal schon gesagt nicht mochte.

00:26:29: Also was ich spannend finde ist es erst seit kurzem ist mir so passiert dass ich irgendwie was ich wirklich lange nicht gemacht habe irgendwie auch einmal fleuert oder so.

00:26:39: aber im selben Moment dann schau mir denke ups da war doch etwas Aber jetzt nicht schrecklich, aber man denkt halt, ja war was.

00:26:49: Und sonst ist es nur eigentlich dass ich merke beim einem Bein das dann möglicherweise irgendwas erwischt worden ist Dass da die Nerven beleidigt sind ein bisschen.

00:26:58: Da gehe ich aber demnächst zum CT oder MRT.

00:27:02: Ich weiß gar nicht was der Neurologe aufgeschrieben hat Dann werden wir sehen was es ist.

00:27:06: Also vom Alter und Wie

00:27:08: merkst du's?

00:27:09: Wenn ich länger gehe, dass der Fuß nicht so reagiert oder dass die Balance dann ein bisschen schwierig wird und da mich nie ein Problem hat.

00:27:18: Kann aber auch einfach nur eine Bandscheibe sein, man weiß es nicht.

00:27:22: Also von daher... also deswegen wird das jetzt gemacht.

00:27:26: Aber dadurch, dass ich's vorher nicht hatte denke ich es könnte theoretisch, aber man weiß das eh nicht.

00:27:32: Aber direkt so die klassischen Nebenwirkungen glaube ich ist Gott sei Dank alles wirklich so in dem wo Ärzte sich das wünschen?

00:27:42: Voll gut!

00:27:44: Achsel beschreibt seinen Körper als Erinnerungsträger.

00:27:49: Wenn du das so hörst, denk ich mir jetzt, wirst du vielleicht auch beipflichten können?

00:27:53: Ich kenne es jedenfalls von mir!

00:27:55: Viele Männer in meinen Gruppen erzählen dass das offenbar zum langsamen insgesamten Genesungsprozess dazugehört der dem reinkörperlichen Heilungsprozesse nach Operationswunden nachgelagert ist.

00:28:09: In etwa so Der Körper ist fast wieder hergestellt, also ausgenommen dem entfernten Körperteil natürlich.

00:28:15: Das wächst nicht nach aber im Kopf ist so eine Erkrankungserfahrung nicht so schnell vorbei.

00:28:24: Genau mit diesem Wissen dass so eine umfassende Genesung inklusive der psychischen Integration einfach dauert und wir damit auch wissen das die Frage an bin ich wieder gesund?

00:28:35: Nicht exakt im Voraus zu beantworten ist stellt sich eine andere Frage Was ist jetzt wichtig

00:28:42: für die nächste Zukunft?

00:28:49: Ich kann es gar nicht genau sagen.

00:28:50: Also, jetzt ist wirklich mal das Erste dieses Mal wieder sozusagen wirklich in Vollzeit normal zu arbeiten.

00:28:56: Wann wird das sein?

00:28:57: Spätestens Ende Juli weil bis dahin kann ich die Wiederentklärungsteilzeit machen.

00:29:03: Das sind vier

00:29:03: Monate, vier halb Monate.

00:29:05: Was ich aber ehrlich gesagt nicht vorhab sondern ich möchte schauen dass es einfach wenn ich wirklich merke, es geht jetzt... Dass ich's tu!

00:29:14: Das ist einmal, würde ich sagen auf der Seite das Wichtigste und im privaten ist schon dass man einfach wirklich auch konsequent weil es merke ich schon seine Dinge durchzieht.

00:29:25: Auch wenn man müde ist, man kann trotzdem noch ins Museum gehen Und die Runde spazieren gehen weg dann mehr auf als dass man sie auch so versetzt.

00:29:36: Es gibt viele solche Dinge.

00:29:37: also da schon wirklich das nicht aus den Augen verlieren finde ich sehr wichtig und hartnäckig dran bleiben einfach.

00:29:43: Ich glaube, geschenkt wird einem da wenig.

00:29:46: Aber wenn man es dann erreicht hat ist es doppelt schön finde ich.

00:29:51: Und wie sieht's mit dem Flirten aus das Axel ja schon angesprochen hat?

00:29:56: Wie mit Beziehung, mit Sexualität die über die Selbstbefriedigung hinausgeht also auch eine andere Person mit einschlägt.

00:30:03: Ja es ist so dass sich das Gefühl aber so wäre jetzt definitiv so dass das schon auch ein Thema wieder bitte werden darf.

00:30:12: Das heißt, du bist jetzt nicht in der

00:30:13: Sorge?

00:30:13: Nein.

00:30:14: Ich war vorher singel ich bin jetzt auch singel.

00:30:16: Aber ich merke einfach... Ich habe das Jahre nicht...jahre, naja, eine halbe Jahr sicher nett gemacht.

00:30:21: Da ist es irgendwie gestern ganz konkret aufgefallen und bin in der U-Bahn gesessen Und bin gefahren und da hat mich jemand angeschaut.

00:30:27: Ich hab zurück geschaut.

00:30:29: Und ich weiß nicht warum ich ab lächeln müssen oder lachen müssen weil es irgendwie nett war von der Situation.

00:30:33: Der ist total rot worden und ich habe das sehr schamant gefunden.

00:30:37: Und deshalb habe ich so ein Ding schon wahnsinnig lange nicht mehr gehabt.

00:30:41: Und das ist auch so was je Mammensgefühl, es ist wie ein Neuanfang noch.

00:30:47: Reset – neues Start zweiter Geburtstag.

00:30:51: Die unterschiedlichsten Bezeichnungen kursieren für diesen Wendepunkt einer schweren Erkrankung wie Krebs in einem Leben.

00:30:57: Ich persönlich unterschreibe Axels Aussage sofort.

00:31:00: Für mich war die Krebserkrankung ja auch ein krasser Plottfest in meinem Leben.

00:31:05: Klar, es gibt auch jene bei denen der Krebs nichts im Leben ändert außer etwaigen physiologischen Veränderungen.

00:31:13: Viele Männer in den Gruppen die ich moderiere sagen aber schon dass der Kreb sie umdenken hat lassen und sie ihr Leben jetzt anders führen.

00:31:21: Und was ich spannend finde ist das man im tiefen Tal schon weiß da kommt jetzt dann etwas besseres nach.

00:31:29: Das ist wirklich was das glaube ich halt mit der Fahrhöhe zu tun Weil wenn ich mich erinnere, wie ich diese Diagnose gekriegt habe nach der Biopsy.

00:31:39: Das war wirklich als hätte mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen.

00:31:44: Also ich hab wirklich das Glück gehabt.

00:31:45: es hat nichts mehr bestand im Leben und ich weiß nicht ob das damit zusammenhängt dem dass sich jetzt eben dieses Gefühl entwickelt haben.

00:31:57: das ist schon... Wenn's furchtbar ist merk da muss was anderes dann kommen.

00:32:02: das glaube ich ist jetzt die Talsole.

00:32:05: also Und das ist schon, muss ich sagen der Fokus verschiebt sich schon.

00:32:14: Also ich merke dass so die negativen Dinge nicht mehr ausblendig war früher ein totaler Nachrichten-Chunky.

00:32:22: Das habe ich mir ziemlich aufgehört mit der Krebserkrankung weil es mich am Anfang einfach völlig überfordert hat.

00:32:28: und heute denke ich mal was ist da Mehrwert?

00:32:31: Also gibt's keinen!

00:32:36: Ja man sieht die Welt echt miteinander in den Augen auch.

00:32:43: Ist das jetzt das neue Normal?

00:32:46: Bin ich dann wieder gesund, wenn ich die Welt mit anderen Augen sehe?

00:32:50: Oder geht es noch weiter im Genesungsprozess.

00:32:53: Das seh' ich mir gemeinsam mit Axel in ein paar Monaten an.

00:32:59: Prosta der Krebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann.

00:33:02: Axel isst nur ein Patient von vielen.

00:33:05: Krankheits- und Bewältigungserfahrungen sind sehr individuell.

00:33:09: Axels Geschichte zeigt wie Diagnose, Therapie, Nachsorge und der Umgang mit Krebs aussehen können.

00:33:15: Bei dir stellt sich die Situation vielleicht vollkommen anders dar.

00:33:19: Vielleicht ist aber der eine oder andere Impuls aus Axels Geschichte dabei, den du in dein Leben einbauen möchtest?

00:33:26: In den Show-Notes findest Du links zum Weiterlesen und dazu passende Folgen zum Weiterpult.

00:33:34: Gefällt Dir der Männerkrebs Podcast?

00:33:36: Dann bewerte ihn mit ein paar Sternen in der App, in der Du ihn gerade hörst – und abonniere ihn!

00:33:42: Das hilft anderen, ihn schneller zu finden und Teile ihn mit jenen, denen er helfen könnte.

00:33:47: Wenn du den Podcast wichtig findest, unterstütze die Arbeit daran!

00:33:52: Mit deiner Support-Mitgliedschaft hilfst du mir regelmäßig neue Folgen zu produzieren.

00:33:57: Zu jeder neuen Folge bekommst Du ein E-Mail mit Hintergrundinfos.

00:34:01: Außerdem kannst Du auf das ganze Newsletterarchiv zugreifen.

00:34:04: Wenn Du dir keine regelmäßige Unterstützung leisten kannst oder willst freue ich mich auch über einmalige Spenden für den Podcast.

00:34:11: Die Links findest Du in den Schornnoten.

00:34:14: Alles schöne Dir bis in zwei Wochen.

Kommentare (2)

Alexander Greiner

Danke dir für deine Offenheit, Norbert. Das klingt nach einer extrem belastenden Situation, sowohl körperlich und vor allem auch emotional. Wichtig ist: Wenn es unterschiedliche Aussagen gibt, sollte das vielleicht noch einmal fachlich sauber geklärt werden. Gerade bei Themen wie Katheter, Harnblase und Harnröhre braucht es eine klare Einschätzung durch Urolog:innen, am besten mit vollständigen Befunden von allen Seiten. Eine Zweitmeinung in einer spezialisierten urologischen Ambulanz kann hier sehr sinnvoll sein. Eventuell auch nochmals beim Arzt, der die Operation damals durchgeführt hat. Und auch das, was du zum Thema Partnerschaft schreibst, ist absolut nachvollziehbar. Viele erleben genau diese Unsicherheit. Du bist damit nicht allein. Ich weiß aber auch, dass das dein Gefühl des Alleinseins wahrscheinlich nicht schmälert. Da sind jetzt gute soziale Kontakte wichtig, starke Freundschaften, um gegen etwaige Einsamkeit etwas zu tun. Und vielleicht magst du dich psychoonkologisch dabei unterstützen lassen? Trotz all dem, und das ist auch sehr wichtig: Der Blutbefund passt. Du bist gesund. Da ist schon mal eine Baustelle weniger auf der Liste.

Norbert Alsweh

Ich bin nach der Hauptoperation nochmals operiert worden. Es war erforderlich, einen Katheder zu setzen, weil die Blase nicht richtig funcionierte. Gestern habe ich von meinem Arzt nach der Blutuntersuchung Bescheid bekommen, dass bei der Blutuntersuchung festgestellt wurde, dass ich gesund bin. Mein größter Wunsch ist, dass ich vom Katheder befreit werde. Als ich den Katheder bekam, hatte der Arzt die Blase zugenäht. Eine Ärztin wollte im letzten Jahr den Katheder ziehen. Beim Röntgen hatte sie festgestellt, dass die Harnröhre frei ist und alles gesund ist. Da habe ich ihr gesagt, das geht nicht, der Doktor hat die Blase zugenäht. Kann man nicht Alles zurück verlegen und den Katheder ziehen? Die Frau ist danach verschwunden und es ist schwierig, in diesem Zustand eine neue Lebenspartnerin zu finden.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.